Mittwoch, 22. Mai 2019

Ankunft in Venedig und Weiterfahrt nach Österreich. Und danach heim.


Die Nacht in unserer Kabine ohne Fenster war für mich sehr gut, habe geschlafen wie ein Baby. Die Fähre wird nicht wie angegeben um 7 Uhr in Venedig ankommen, 10.30 Uhr ist jetzt angesagt. Ob nach griechischer Zeit (-1 Stunde) oder nach normaler mitteleuropäischer Zeit wissen wir nicht.
Beim kurzen Rundgang an Deck sehen wir den britischen Motorradfahrer wieder. Sein rechter Unterschenkel sieht unter der Hose sehr dünn aus…komisch…ich schaue genauer hin. Sein rechtes unteres Bein besteht aus einer Prothese. Das Sprunggelenk der Prothese ist ein richtiges Gelenk mit dem er nach vorn und hinten normal abrollen kann. Am Gang über Deck und Treppe hoch Treppe runter erkennt man keinen Unterschied zwischen den Beinen. Coole Sache, ich finde es sehr spannend wie solche Prothesen immer besser Teile des menschlichen Körpers ersetzen und den Leuten ein fast normales Leben ermöglichen. Und unser Tommy fährt trotz Unterschenkelprothese mit einem großen 250 kg schweren Adventurebike von England ganz alleine nach Griechenland – klasse Geschichte!
Beim Frühstück halten wir uns diesmal etwas zurück, bei der Hinfahrt hatten wir 32€ bezahlt. Diesmal mit nur Omelett und Kaffee liegen wir bei 20€.
Um 10 kommt dann die Durchsage das wir die Zimmerschlüssel an der Rezeption abgeben sollen. Wir packen unser wenig Zeug in die Rolle, ziehen unsere Moppedklamotten an und setzen uns draußen in die Barsessel. Land kommt in Sicht und irgendwann wird die wartende Menge vor dem Fahrstuhl / der Treppen kleiner – das Fahrzeugdeck muss also offen sein. Wir schnappen uns unser Zeug und gehen nach unten. Die Tür zum Deck 5 ist wirklich schon offen, wir gehen um die Ecke und sehen unser Krad schön aufrecht stehend vor uns. Die Spannriemen müssen ab, ritsch ratsch sind sie runter. Dann muss der Kabelbinder der Vorderbremse noch weg, aber mein Messer ist nicht oben am Tankrucksack wo es hingehört. Wir hatten gestern noch einen Apfel geschält und danach habe ich das Messer in die Jeans gesteckt. Die ist jetzt wohl verpackt in der verschnürten Gepäckrolle. Mist, ich habe sonst nix scharfkantiges zur Hand. Direkt vor und baut unser Brite sein Gepäck ans Bike, ich frage ihn ob er ein Messer hat. Er kramt etwas rum und gibt mir ein breites schweizer Taschenmesser mit zig Funktionen (Messer, USB-Stick, Flugzeugträger…). Ich klappe die kleine Klinge raus und kann den Kabelbinder zerschneiden. Jetzt nur noch Rolle und Tankrucksack am Krad befestigen und wir sind eigentlich fertig. Vor uns stehen aber noch Autos mit Anhänger und Camper, die müssen warten bis der komplette vordere Bereich frei ist damit sie wenden können um die Rampe wieder runterzufahren. Dort steht aber alles voller LKWs, so lange wollen wir nicht warten. Wir schieben also unsere Kräder etwas zurück und wenden die Karren. Auf dem Boden sind überall diese Pilze zum Abspannen. Damit hat unser britischer Kollege etwas Probleme beim zurückschieben und ich helfe ihm seine Triumph zurück zu schieben und zu wenden. Dann stehen wir vor der Rampe und müssen noch etwas warten bis der LKW unten wegfahren kann. Als sie frei war Motor an, die Rampe runter und raus aus dem Schiff.
Draußen schwer bewölkter Himmel und keine warmen Temperaturen, Venedig empfängt uns nicht  gerade sehr freundlich. Eine Kontrolle gibt es nicht noch mal, wir fahren nur am interessiert schauenden Hafenbeamten vorbei. Raus aus dem Hafen auf die Straße zurück nach Mestre. Mein Navi kennt die ganzen Straßen nicht, deswegen fahre ich eine Ehrenrunde beim großen Kreisverkehr und bin plötzlich wieder hinter unserem Tommy. Von unseren Schweizer Kollegen hatten wir uns schon auf der Fähre verabschiedet. Kurz nach dem Kreisverkehr hielten noch die 2 aus Garmisch an um auf ihre Camper-Freunde zu warten. Heftiges Winken um Tschau zu sagen war angesagt, obwohl es nicht das letzte Mal war das wir sie sehen.
Die Rückfahrt war auf 2 Wegen möglich, wieder Autobahn vermeiden fast genau nördlich per Landstraße durch die große langweilige Ebene bis zum Felbertauerntunnel, oder die Brenner Autobahn mit kurzem Schwenk nach Westen bevor es nach Norden geht. Die Strecke über den Felbertauern bin ich ja schon x Mal gefahren, die Brenner Autobahn aber noch nie. Bisher ging es immer nur über die alte Brennerstraße. Also mal ein paar Kilometer auf der Autobahn schruben, das Wetter war eh nicht Motorradtauglich, 16° und tiefe, nach Regen aussehende Wolken.
Also auf die Autostrada, zuerst Richtung Westen vorbei an Verona, dann noch Norden Richtung Brenner. Schon mit 120..130 langhin, ich bin froh das mein nächstes Krad ein Tempomat haben wird. Irgendwo mussten wir dann tanken. Ein Kaffee und ein Croissant war auch nötig… Wildes Geschnatter auf Italienisch in der Raststätte – wir freuen uns auf den Herbst, da ist eine Woche Toskana geplant! Als wir wieder zum Krad gehen kommt plötzlich einer der Garmischer Motorradfreunde von der Fahre angefahren. So schnell sieht man sich wieder. Er hat komplett Regensachen drüber gezogen und erzählt von 3° auf dem Brenner. Die Herzdame zieht sich deswegen schnell noch die Regenjacke drüber.
Dann wieder auf die Bahn, viele langweilige Minuten später kommen wir am Brenner an. Hier machen wir nochmal eine Pause, gehen aufs Klo und kaufen eine Vignette für die österreichische Autobahn. 10 Tage für 5,90€, geht eigentlich, wenn ich da an die Schweiz mit ihrer Jahresvignette, und nur der Jahresvignette denke.  
Nach dem Brennerpass kommt dann nochmal eine Mautstation wo wir nochmal 9,60€ bezahlen müssen. In Italien hatten wir schon 26€ gelöhnt, in Österreich nochmal 10€, dazu die Vignette von knapp 6€…beim nächsten Mal fahre ich wieder die alte Brenner Straße. Wenigstens passt das Wetter, oben auf den Brenner 12° und fast kein Regen, auf der österreichischen Seite wurde es dann sehr schnell über 20° warm.
Wir hätten uns jetzt gleich vor Innsbruck ein Hotel suchen können, aber die Hälfte der 800km Heimfahrt von Venedig war noch nicht erreicht, also weiter Kilometer schrubben. An einer Raststätte vor Kufstein machten wir dann eine längere Pause, um zu tanken, was zu Essen und ein Hotel zu buchen. Wir trafen hier ein Nürnberger Pärchen auf einer blauen KTM 1190, sie kamen direkt aus Marokko….sehr interessant, da möchte ich ja auch unbedingt mal hinfahren. Wir erzählten und irgendwann kam die Tankstellendame mal raus und bat mich dann doch mal die Tankrechnung zu zahlen…
Dann Kaffee und Gebäck gekauft und auf dem Tisch draußen Handys und Landkarte ausgebreitet. Gesucht wurde ein Hotel in der Nähe, das geografisch günstig lag (die Strecke die wir heute nach Süden fahren müssen wir morgen wieder zurück fahren). Da es Samstag um 5 war lagen die Preise in Kufstein bei 90€ +, soviel wollten wir dann nicht bezahlen. Also die nächsten Städte an der Autobahn eingegeben, Kiefersfelden hinter Kufstein ist ja schon Deutschland, und gleich dahinter ist schon Rosenheim… In Bad Feilnbach gabs ein schönes Doppelzimmer mit Frühstück für 70€, nur 10 min von der ABahn entfernt – Visakarte rausgeholt und auf die Knöpfe gedrückt. 30 Minuten später kamen wir beim Hotel an. Rezeption war unbesetzt, aber ein Briefumschlag mit Schlüssel lag für uns bereit.
Hotel super, Zimmer super, alles fein. Umziehen, kurz ausruhen und dann nochmal quer durchs Dorf. Im Edeka um die Ecke kauften wir noch etwas Wasser für den morgigen letzten Tag, dann gings in die Wirtschaft die den besten Eindruck machte. Ein dunkles Hefeweizen, eine Spargelcremesuppe, ein Weißbier und ein sehr leckerer Krustenbraten…Bayern ist lecker und das Leben ist schön!
Die Nacht im Hotel war super (endlich vernünftige Decken), das Frühstück war erstklassig, die letzte Übernachtung war der krönende Abschluss einer wunderschönen Tour!
Zu den letzten 400 km Heimfahrt gibt’s nicht viel zu sagen, je näher man der Heimat kommt desto langsamer verrinnt die Zeit. Wenigstens war das Wetter gut!  Ich fuhr eine Autobahnabfahrt vorher ab und wir fuhren die letzten Kilometer nochmal etwas Landstraße.
Dann standen wir in unserem Hof. Der Haustürschlüssel war diesmal schnell zur Hand, und dann waren wir halt wieder daheim. Schon schön hier, aber am liebsten wären wir sofort weiter zum nächsten Abenteuer gefahren. Der kommende Montag ist noch Putz- und Ruhetag, dann geht’s am Dienstag wieder in die Salzmine. Das Geld für den nächsten Urlaub muss verdient werden.
Wehmütige Stimmung bei uns, die große Tour 2019 ist damit auch für uns vorbei!

Dienstag, 21. Mai 2019

Von Igoumenitze mit dem großen Schiff zurück nach Venedig


Es geht also wieder zurück auf den Kontinent ;-). Laut Anek-Lines fährt die Fähre 6.30 Uhr ab, und letzter Check in ist 120 min vorher. Unser ausgesprochen freundlicher Hotelbesitzer hat darüber aber nur gelacht und gesagt das er hier schon 20 Jahre wohnt und das Schiff nie vor halb 9 abgefahren wäre. Es reicht wenn wir 5.30 Uhr losfahren, das Gate ist nur quer über die Straße 2 min entfernt.
Die Wecker werden also auf 5 Uhr gestellt. Zum Abendessen gab es noch ein großes Alfa zur Schlafunterstützung. Trotzdem fällt an 23 Uhr das Einschlafen schwer. Es sind Mücken im Zimmer die wie verrückt rumsummen. Genervt hole ich mir die Ohrstöpsel aus der Motorradhose. Gestochen hat uns aber komischerweise keine Mücke. Und dann nervt diese blöde Zudeckenkonstruktion der Südländer. Man hat nur ein frisches Bettlaken und da drüber ist die Bettdecke die nicht gewechselt wird. Eine bescheuerte Konstruktion, super wenn die Herzdame Nachts mal aufs Klo geht und die Decken rüberwirft und man dann wieder alles ausrichten muss…Nächstes Mal nehmen wir vielleicht 2 Hüttenschlafsäcke mit. Egal, irgendwann nach 12 bin ich dann eingeschlafen und 4.20 Uhr wieder aufgewacht. Um 5 hat dann endlich der Wecker geklingelt. Alles auf, anziehen, Zeugs runter schleppen und erstmal das Mopped aufschließen. Ich hatte gestern Abend noch das fette Kettenschloss und das Alarm-Bremsscheibenschloss dran gemacht. Beim Gepäckaufladen laufen mehrere Gruppen junger dunkelhäutiger Männer an uns vorbei. Pünktlich 5.30 Uhr fuhren wir dann zum Gate. Wir wollen versuchen zusammen in den Hafen zu fahren, obwohl die Frau am Schalter gestern erklärt hat dass der Beifahrer zu Fuß durch den Passagiereingang in den Hafen muss.
Warteschlange vorm Hafen, vor uns 2 nette Mottoradfahrer
Vor dem Gate steht schon eine 50 m lange Schlange, hauptsächlich LKW, 2 Camper und eine Gruppe Motorradfahrer ua. mit Beiwagen. Das gibt es nicht, unsere Schweizer Kollegen mit denen wir schon vor 3 Wochen von Venedig nach Igo gefahren sind und die wir unterwegs nochmal auf dem Peleponnes getroffen haben. Welch ein Zufall, ein großes Hallo!
Da haben wir wenigstens was zu erzählen während wir warten. Langsam wird es heller und nach 6.30 Uhr wird erst das Gate geöffnet. Hätten wir das gewusst wären wir länger im Nest liegengeblieben. Die Reihe rückt vor, jeder LKW und Camper wird im Innenraum durchsucht. Als wir dran sind zeigen wir unsere Persos und die Fährtickets, der Grenzer guckt uns in die Helme und wir dürfen durch in den Hafen fahren. Wieder die riesen Betonfläche die wir von der Ankunft schon kennen. Wir fahren den anderen Leuten nach zum Gate 10, eine von mehreren flachen Betonrampen an der Hafenmauer. 
Im Hafen, es wird langsam hell
Wartebereich vor Gate 10
Ein Schiff wird kommen...
Wir stellen das Krad kurz davor an, das Morgenrot sieht hübsch aus, nur vom Schiff ist nix zu sehen. Also weiter warten, gut das ich ein paar Bücher auf dem noch funktionierenden Handy habe. Um 7.30 Uhr kommt dann ein großes Schiff, das ist aber oben rot bemalt, gehört zur Grimaldi Line und fährt vermutlich nach Palermo. Da wollen wir nicht hin (naja eigentlich schon, kleines Gedankenspiel zum Zeitvertreib: Rüber nach Palermo, dann den ganzen Stiefel hoch, durch Südfrankreich weiter zur spanischen Ostküste runter bis nach Tarifa…da ist es schön, da war ich vor 3 Jahren…) 
Die Grimaldi-Fähre nach Palermo im Rückwärtsgang
Unser Boot
Gleich hinter dem ersten Schiff kommen noch zwei weitere Fähren, blau-gelb bemalt – Anek Lines, also sollte einer der Pötte unserer sein. Alle Schiffe haben nur eine Heckrampe. Sie müssen also 100m von der Kaimauer entfernt 180° drehen und dann rückwärts an die Mauer fahren. Interessant was das Bugstrahlruder für eine Wasserbewegung erzeugt während es langsam das Schiff rum drückt. Nach einer Viertelstunde hat dann auch unser Schiff fest gemacht und wir stehen vor dem schwarzen Schlund. Vor uns ein britischer Kradfahrer auf einer schönen Triumph Tiger 1200. Auch ein mutiger, so eine weite Reise ganz alleine. Und dann noch mit dem Handicap! (Mehr dazu morgen!)
Die Einfahrt, gleich gehts rein
Total verwackelt, aber kleiner Eindruck zum Schiffsinneren
Unser Parkplatz an Deck 5
Wir sitzen startklar auf dem Bock, müssen aber noch ein paar Minuten warten bis uns ein Einweiser reinwinkt. Die auch anrollenden Camper nebenan stoppt er sofort wieder, er will wohl erst das Kleinzeug an Bord haben. Wir rollen dem Tommy hinterher, über die Rampe und diesmal nur durchs halbe Schiff und dann noch eine Rampe hoch aufs nächste Deck. Diesmal also Fahrzeugdeck 5 statt 2 wie auf der Hinfahrt. Merken für Morgen damit wir nicht suchen müssen.
Ein bissel festgemacht am Geländer, Seegang soll es keinen geben
Die Kräder stellen wir diesmal an eine Art Geländer. Ich rangiere ein bissel bis ich möglichst dicht am Geländer stehe, es aber im geneigten Zustand auf dem Seitenständer nicht berühre. Dann die übliche Arbeitsweise, Rolle und Tankrucksack ab, die Koffer bleiben am Mopped. Mit Kabelbinder die Vorderradbremse blockieren und mit 3 Spannriemen das Krad nach vorn / hinten und über den Sattel am Geländer befestigen. Dafür nehme ich eigene Spanngurte, 2 von der Rolle und ein breiterer Resevespanngurt aus der Kiste über dem Auspuff. Die anderen Fahrer machen ihre Kisten mit etwas dickeren Paketband fest welches undefiniert an dem Geländer hängt. Spanngurte von der Fähre gibt es nicht. Dann noch schnell ein Foto machen und den Aufgang suchen. Es gibt zwar Fahrstühle, aber die sind immer besetzt weil die Leute von mehreren Decks nach oben fahren wollen. An der Rezeption müssen wir noch kurz warten und bekommen dann unsere Kabinenkarten. Wir hatten 2er Kabine innen gebucht, und leider bekamen wir diesmal auch eine Innenkabine. Bei der Hinfahrt hatten wir ja Glück und eine 2er Außenkabine bekommen. Diesmal also eine 4er Innenkabine für uns alleine, ist auch ok.
Die Taschen etwas ausräumen, normale Klamotten anziehen und auf Deck – wir hatten garnicht gemerkt dass das Schiff schon abgelegt hatte und wir schon mehrere hundert Meter vom Ufer entfernt waren. Unser Hotelmensch hatte recht gehabt, 8.40 Uhr standen wir an Deck und starten auf das kleiner werdende Griechenland.
Gefrühstückt hatten wir noch nicht, also erst mal in den Self Service Bereich und ein Kaffee und ein Croissant pro Nase ordern. Der Rest des Tages auf dem Kahn ist schnell erzählt, ein wenig schlummern, an Deck sitzen und das Meer anschauen, im Clubsessel an der Bar sitzen und lesen, in der Kabine auf dem Laptop 2 Filme anschauen… Das Meer ist nach paar Minuten recht öde, mein Buch war gerade total unspannend, Scary Movie 4 und 5 sind miese Filme… kurz gesagt mir war stink langweilig. Zum Glück gabs abends noch ein Bier an der Bar und dann gings ab in die Koje. Ein Kreuzfahrer werde ich wohl nicht werden.

Unser letzer Blick auf Griechenland. Wehmut! Schöne 3 Wochen waren es!
Spannung pur! Gääähn!


Donnerstag, 16. Mai 2019

Von der Vikos Schlucht nach Igouminitsa

Die Nacht oben auf dem Berg war angenehm still, kein wilder Verkehrslärm wie in manch anderen griechischen Hotels. Nach dem Frühstück unterhielten wir uns noch etwas mit dem Wirt. Er konnte nur ganz schlechtes Englisch, aber er findet Deutschland very good und Motorradfahren auch. Sehr freundlich der da Mann.
Als wir losfuhren war es mir 8 Grad sehr frisch, aber die Sonne schien und es gab keine Regenwolken. Es ging ein Teil der Strecke wieder zurück, Spitzkehre links – Spitzkehre rechts … Auf em Weg waren viele Rinder auf und neben der Strasse. Ein Kalb stand seitlich am Rand, und als wir vorbeifahren wollten hat es dann doch Angst bekommen und rannte vor uns quer über die Straße zur anderen Seite. Wie schnell die rennen können!  Mit Sprit waren wir heute etwas knapp, wenn die gewählte Tankstelle ausfiel (geschlossen, seit Jahren nicht mehr vorhanden – die Daten im Navi sind nicht 100% verlässlich) hätten wir nur noch für unter 20 km Sprit im Tank. Und so kam es dann auch, am vom Navi behaupteten Punkt war keine Tanke zu sehen. Wir fuhren weiter durch das Dörfchen und in einer Seitenstraße waren dann 2 neue Tankstellen zu sehen die das Navi nicht kannte.
Nach dem Tanken ging es weiter mit vom Navi geplanter  „Kurviger Strecke“ Richtung Igoumintsa. Wieder über einsame schmale Bergstraßen wo extrem wenig Verkehr war. An einer Stelle wurden vor uns  Schafe über die Straße getrieben. Erst interessierten die Hunde sich nicht für uns weil der Abstand noch recht groß war. Dann kam doch einer zu uns gelaufen und inspizierte unser Krad.
Es waren heute sehr viele streunende Hunde auf der Fahrbahn. Nach der kalten Nacht legen sie sich wohl auf den Asphalt und lassen sich von der Sonne aufwärmen. Vereinzelt sind uns heute Hunde bellend hinterher gejagt. An einer Stelle mussten wir scharf links abbiegen, mit langsamer Geschwindigkeit   Aber genau dort lag eine Meute von 5 sehr großen Hunden auf dem Weg. Ich bekam große Augen und fuhr erstmal mit Schmackes gerade aus vorbei um zu schauen wie die Jungs so drauf sind. Sie waren aber total entspannt. Also hinter der nächsten Kurve gedreht und mit so viel Abstand wie möglich an den Hunden vorbei, immer bereit den Hahn voll aufzureißen falls doch der Jagdtrieb bei ihnen geweckt wird.
Ein paar Pausen später kamen wir kurz vor 4 in Igouminitsa an . Das Hotel liegt direkt gegenüber dem Hafen. Wir zogen uns um und gingen in das Hafenterminel. Mit der vor einer Woche gebuchten Fährfahrt geht alles klar, wir bekamen problemlos unsere Tickets. Nur darf hier der Motorradbeifahrer nicht mit auf dem Krad in den Hafen fahren. Anja soll zu Fuss zum Passagiereingang und dort dann abgefertigt werden, während ich mit dem Krad normal durch Gate 10 durch die Abfertigung fahre. Komische Geschichte, noch nie gehabt. Ich denke wir stellen uns erstmal doof und versuchen zu zweit durchs Gate zu fahren.
Am späten Nachmittag dann noch ein bissel durch die Stadt laufen, Cappuccino trinken und Waffel essen, für den Fährtag morgen was einkaufen und am Abend dann noch eine Kleinigkeit Essen.
Morgen geht's um 5 los. Wir kommen dann am Samstag früh um 7 in Venedig an.












Mittwoch, 15. Mai 2019

Nach Vradeto - Vikos-Schlucht

Heute früh sofort der Blick aus dem Fenster – über uns blauer Himmel und nur am Horizont weiße Wolken. Sehr gut, der Wetterbericht gestern zeigte viele Regenwolken an. Nach einem sehr gutem Frühstück gings wieder ans packen. Beim befestigen von Koffer und Gepäckrolle wurden wir sehr interessiert von einem kleinen schwarzen Hund betrachtet. Er war sehr lieb und lies sich gerne kraulen. Am liebsten hätte ich ihn mitgenommen, so wie schon dutzende andere Streuner vor ihm.
Wir fuhren los in Richtung Westen. Wieder war intensive Lenkarbeit gefordert, die ganze Strecke war sehr kurvenreich. Man musste sehr aufpassen weil manchmal Schotter oder große Steine auf der Straße lagen, oder es gab Schlaglöcher oder Wellen in der Straße.
Es gab weiterhin große blaue Löcher in den Wolken und wir bliebenbis jetzt vom Regen verschont. Die Temperatur sank aber oben auf den Bergen bis 11 Grad ab. Deswegen zog ich mir bei einer Pause den langärmligen Pullover unter die Kombi. Nur im T-Shirt war es dan doch zu frisch.
14 Uhr hatte ich dann Hunger, im kleinen Ort Konitsa kauften wir uns in einem Super Market (steht draußen dran, es ist aber immer ein kleiner Tante Emma Laden) was zu Essen. Dann setzten wir uns mitten im Ort auf eine Steinmauer und machten erstmal Mittag. Das Mopped stand dabei mitten auf der Fahrbahn, ging nicht anders weil die Straße zu steil war und mein beladener Bock sehr sehr schnell umkippt. Als sich ein Bus daneben gestellte hatte mussten sich alle Autos zwischen Bus und Krad langsam durchquetschen. Hat aber niemanden gestört, auch die Polizei fuhr durch ohne zu meckern.
Eine Stunde vor Ziel standen dann schwarze Wolken am Himmel und die ersten Tropfen vielen schon. Ich dachte jetzt erwischt der Regen uns doch noch. Deswegen hielten wir an und zofen die Regenjacken drüber. Zum ersten Mal hatten wir die Teile an, sie wurde letztes Jahr für den Irlandurlaub gekauft, dort aber in keinster Weise benötigt.
Drei Kurven später hörten natürlich die Tropfen jeder auf und es wurde wieder heller.
Due Berge wurden schroff und sehr felsig. Wir kamen zur Kokkoris Brücke über den Aoos-Fluss. Eine sehr schöne Brücke, gutes Fotomotiv.
Danach kamen wir zu inem Aussichtspunkt wo man in die Vikos Schlucht sehen konnte und wo die Stufen von  Vradeto anfingen. Wir liefen ein wenig rum und schossen einige Fotos. Da mir die Regenjacke zu warm war zog ich sie aus und stopfte sie in den Tankrucksack.
Von dort ging es nochmal ne halbe Stunde über die Berggipfel zum gebuchten Hotel. Es fing auf de Weg natürlich doch noch kurz an zu regnen, aber nur kurz.
Das Hotel liegt in einem ganz kleinem Dörfchen irgendwo oben aufn Berg. Google zeigte als Weg zum Aussichtspunkt 49 min Autofahrstrecke an.Wir dachten schon das es ein Fehler war hier zu buchen. Aber gleich hinter dem Haus beginnt ein kleiner Wanderweg zum Beloy Viewpoint.
Wir checkten ein, tranken den unvermeidlichen Cappuccino und trugen unsere Sachen ins Zimmer. Dann durfte ich mich mal 10 Minuten ausruhen, die 4 Stunden Dauerkurvenfahrt war doch recht anstrengend.
Dann zogen wir unsere Wandersachen an und liefen den 30 Minuten-Weg zum Aussichtspunkt in 40 Minuten. Der Weg verlief über Stock und Stein, und war teilweise recht aufgeweicht. Der Aussichtspunkt befindet sich unmittelbar an der Vikos-Schlucht auf inem Felsvorsprung. Man hat eine phantastische Sicht auf die angeblich 1.000m tiefe Schlucht. Wenn man ganz zur Kante geht kann man auch direkt nach unten in die Schwindel erregende Tiefe sehen. Sehr schöner Ort hier, gut das wir den Fußmarsch hier her gemacht haben.