Montag, 16. Mai 2016

Männertagstour ins Dreiländereck bei Zittau



Mittwoch 17 Uhr kam ich aus Afrika kommend ;-) zuhause an. Gleich am nächsten Tag gings wieder in die Salzmine, ein wichtiger Kunde besuchte uns… An Freitag war dann auspacken und Material sichten angesagt. Wegpacken musste ich meinen Krempel nicht, aber dazu später.

In der kalten französischen Waschküche hatten meine wasserdichten Stiefel jämmerlich versagt, beide Füße waren nass geworden. Es sind zwar die guten Daytona Traveller, aber nach 14..15 Jahren und geschätzten 90 tkm geben auch die auf. Trotzdem hat es sich gelohnt damals etwas mehr Geld auszugeben, Billig-Treter hätten das nicht so lange mitgemacht.
Die neuen Stiefel sollten um den Fuß etwas steifer und dadurch sicherer sein. Sven hatte gute Erfahrungen mit seinen Sidi Adventure Link gemacht, wasserdicht, mit Kunststoffgelenken und trotzdem noch halbwegs bequem. Und sau teuer. Ein wenig Internetrecherche brachte ein gutes Angebot zutage, die benötigte Größe 50 ist wohl ein Ladenhüter. Also sofort schnell bestellt und per  Überweisung bezahlt. Am Samstag hielt ich die neuen Stiefel in der Hand. Sie waren sau steif und ich stolperte damit durch die Wohnung, mir war schleierhaft wie man damit schalten oder bremsen soll. Und die Dicke der Sohle ist auch ein Problem, mit den +4..5 cm der Stiefel und den +5..6 cm vom Helm gehe ich bei 2m Körpergröße straff auf eine Höhe von 2 Meter Zehn zu, wie soll man da noch aufrecht durch die Tankstellentür passen?
Meine neuen Stiefel, Sidi Adventure Goretex








Wie schon gesagt hatte ich den Spanien-Krempel nicht weggeräumt. Denn am folgenden Dienstag stopfte ich alles wieder in die Koffer und machte mich fertig für die anstehende Männertagstour. Mit Sven und Marc ging es für 4 Tage nach Zittau Link ins östliche Dreiländereck. 
Marc und ich waren schon Ende 2015 dort zum ostsächsischen MZ-Stammtisch. Damals ging es aber nur ein wenig durch die ganz-ostdeutschen Landschaften, so richtig beeindruckt waren wir aber damals nicht.
Im langen Winter kam es dann im MZ-Forum durch Gespräche mit Elli und Karsten zur Idee eine richtige Tour ins Dreiländereck zu machen und ein paar längere Trips durch Polen und die Tschechei zu unternehmen. Sven kannte die Gegend auch noch nicht, also war alles klar.
BMW, KTM und MZ vor einer Zittauer Tankstelle, Frühstück fassen


Am Mittwoch dann bis Mittag in der Salzmine, wie immer müssen die raren Urlaubstage gespart werden. Dann schnell nach Hause, in die normale Bekleidung (=Moppedklamotten) geschlüpft und ab auf die Straße. Schon wieder on the road, die paar Tage Arbeit nach der Spanientour waren nur ein kurzes (leider notwendiges) Zwischenspiel. Damit die Ankunftszeit noch im normalen Bereich lag war wiedermal Autobahn angesagt, kenne ich ja schon. Mächtig nervig, direkt vor dem Feiertag war die Autobahn gen Osten sehr voll, diverse Unfälle, Staus und defekte LKWs … das übliche Elend. Und mitten drin war ich, mit kofferbestückter KTM, und deswegen mächtig eingebremst. Normalerweise fahre ich frisch-fröhlich pfeifend zwischen den Autos durch, aber die blöden Koffer sind hinten breiter als vorn der Lenker – ein Feindkontakt bei der Staudurchfahrt ist dadurch wesentlich wahrscheinlicher geworden. Und den habe ich schon mal gehabt, Wiederholung ist unerwünscht.
Deswegen ging es eher mit dem Stau als durch den Stau durch die Landschaft. Laut Navi war die Strecke auf der Landstraße wesentlich länger, also  ruhig bleiben und weiter mit Standgas in der Dosenschlange dahintuckern.  Ich komme ja frisch aus dem Urlaub und bin noch tiefenentspannt.
Halb 9 war ich dann bei der von mir gebuchten Ferienwohnung.  Sie war recht günstig, und deswegen gab es bei uns schon leichte Befürchtungen in einer üblen Absteige zu landen. Zum Glück war die Angst unbegründet, schöne praktische Zweizimmerwohnung, und wir sind eh nur nachts hier.
Marc und Sven waren schon da, ich war also wieder mal der Nachzügler. Abendessen hatten die Herren noch nicht, also nahmen wir das Angebot vom sehr freundlichen Vermieter an und fuhren mit ihm und seinem Toyota Yaris Hybrid die Viertelstunde rüber zu nem tschechischen Restaurant. Für  nen Zehner gab es dort ein zünftiges Essen inklusive Bier, was will man mehr.  Um 12 lagen wir dann im wie üblich für mich zu kurzen Bett, gut das ich den Schlafsack mitgenommen hatte.
Am nächsten Morgen halb zehn  war als Treffpunkt eine Zittauer Tankstelle ausgemacht. Mit Frühstück in unserer Ferienwohnung hielten wir uns natürlich nicht auf, wieso Zeug dafür kaufen und hinterher abwaschen wenn es ne Tankstelle mit Kaffee und Brötchen in Reichweite gibt.
Nach Kaffee und belegtem Laugenbrötchen kamen Karsten und Elli und Micha zur Tanke. Schön sie nach dem fast dreiviertel Jahr wieder zu sehen.  Die nächsten 3 Tage ging es wirklich kreuz und quer durch das Dreiländereck, Polen, Tschechland, Deutscheland, so schnell wechselnd das man nie richtig wusste wo man nun wirklich unterwegs war.
Elli, Karsten und Micha zeigten uns die vielen schönen Ecken der Gegend, der mittelprächtige Eindruck vom letzten Jahr wandelte sich stark ins Positive! Sehr schöne Gegend mit prima Motorradstrecken, meist guten Straßen und netten Menschen. In der Tschechei und in Polen wurden wir oft von Dosenfahrern vorbei gelassen und viele Kinder und auch Erwachsene winkten uns in den Dörfern zu. Da macht Motorradfahren Spaß! Und der schöne Grillabend bei Elli und Micha rundete die Sache prima ab!
Sven mit seiner BMW vor der Burg Oybin
Burg Oybin
Seltsame Steine am Wegesrand, in Australien hätte ich sowas erwartet, hier nicht

Orange vor orange, und dahinter schwarz

Kurze Pause irgendwo in der Tschechei




Von der Motorradhöhle - Pekelné doly Link hatten wir schon gehört, Svendura war hier auch schon mal Link. Irgendwo im Wald wurde eine Sandsteinhöhle zum Bikertreff. Man kann mit seinem Motorrad in die Höhle fahren und auf dem Bock sitzend sein Bier bestellen. Mal was anderes!
Bar in der Höhle
Angenehmes Ambiente

Draußen sitzen kann man auch

Viel Platz ist übern Kopf nicht, der Sand vom Felsen ging erst abends beim Duschen vollständig runter
Zuerst wollte ich nicht in die Höhle fahren. Aber nachdem Marc von seiner schönen MZ ein paar super Fotos in der dunklen Höhle gemacht hatte wollte ich natürlich auch.
KTM im Berg
 


Wieder über Tage
Was wirklich Besonderes ist die Höhle jetzt nicht, aber wenn man eh in der Gegend ist sollte man mal auf ein Kaffee und ein Apfelstrudel reinschauen.



Felsenburg Sloup


Felsenburg Sloup Link - macht Spaß durch die Gänge und über die Felsen zu klettern, aber Kopf einziehen!
Nicht ganz meine Höhe

Der Jeschken Link ist schon aus weiter Entfernung zu sehen, ein hoher Berg mit einem Fernsehturm daruf. Die Auffahrt war recht schmal und steil, und voller Schotter. Umgeschmissen habe ich mein Mopped diesmal aber nicht.
Die Ampelreglung der Auffahrt ist noch erwähnenswert, wenn ihr mit Krad da seid einfach hochfahren, egal was die Ampel anzeigt. Dosenfahrer sollten ihr Auto unten abstellen und den Lift nehmen, der Parkplatz oben ist extrem klein. Der Weg nach oben ist logischerweise recht kurvig.
Der Jeschken vom Parkplatz

Parkplatz auf dem Jeschken, 3€ pro Krad

Fernsehturm in seltsamer Form, unten Restaurant, darüber Hotel, und dann nur noch Funktechnik

Sehr weiter Blick ins Land

Abfahrt vom Jeschken, hinter dem Bus kam der Rest der Meute
Ellis schöne MZ 1000 ST
Gaststätte in Sachsen, nur deutschsprachige Motorräder sind dabei

Männertagstour mit Mutti ist auch schön!

Gleich 4 schöne MZ, lustig wie die Leute immer schauen. Passiert einem mit der KTM nicht.

Pause für Kaffee und Eisbecher
Am Sonntag ging es dann leider wieder nach Hause.
Die diesjährige Männertagstour war wieder super, die Erkundung einer bisher unbekannten Ecke Deutschlands gefiel uns sehr gut. Schöne kurvige Gegend, geführt von motorradverrückten Leuten – Klasse! Danke an Elli, Karsten und Micha für die super Planung der Tour und die schöne Betreuung von früh bis spät!

Marc und ich begleiteten Sven von Zittau nach Karlsbad quer durch die Tschechei. Von dort fuhr Sven weiter Richtung Stuttgart und Marc und ich fuhren die 30 km gen Norden zum Fichtelberg. Unser erster Besuch dort im Jahre 2016, sicherlich nicht der letzte. Oben auf dem Berg war es recht frisch und windig, nach ein bissel gucken und einem Kaffee fuhren wir schnell weiter. Der Bikertreff an der Talsperre Eibenstock lag auf dem weiteren Weg Richtung Norden. Nun, die treudeutsche Musik hat uns etwas irritiert, nach ner Bratwurst und nem Kaffee fuhren wir schnell weiter. Bei meinem Besuch im Herbst war der Eindruck noch schlimmer...

Fichtelberg, das erste Mal dieses Jahr
Wieder mal Fichtelberg. Wie man an meiner Körperhaltung sieht war es kühl und windig
Talsperre Eibenstock, mit seltsamen Bikertreff


Gleich hinter Eibenstock trennten sich unsere Wege, Marc fuhr in Richtung Norden und ich düste Richtung Gera weiter…



Der kleine Osttrip macht natürlich Lust auf mehr! In diesem Jahr werde ich noch eine Wochendtour ins Sudentenland machen und die (für immer verlorene) Heimat meiner Familie im Sudentenland besuchen.
Und wenn ich jetzt auf meine Landkarte schaue, Norden, Westen und Süden sind schon abgehackt. Nur der Osten fehlt noch. Eine Tour gespiegelt zur Südkap-Tour springt einem förmlich ins Auge, durch Polen ins Baltikum, bis nach Narwa zur russischen Grenze und dann mit der Fähre über Helsinki zurück nach Rostock.  Klingt gut, 2017 oder 2018 … mal schauen.

Ende Mai geht es runter in die Schweiz zur Burrie-Feier vom Werner,  eine Woche später ist das große MZ-Treffen im Spessart und danach geht es mit der Dose für 2 Wochen nach Norwegen (endlich wieder!), es bleibt also spannend!

Und ganz spannend wird es in der Kalenderwoche 21 + X, dann bekommt Marc angeblich sein oranges Wunder!
Netter Gruß aus Spanien
Gerade habe ich noch einen kleinen Gruß aus Spanien bekommen. 95 statt 80 kmh, macht 100€. War ne zweispurige autobahnähnliche Straße... Wenn man sofort bezahlt gibt es 50% Rabatt. Ich hole also mal schnell die Visakarte und bezahle die 50€! Mal schauen was noch kommt.

Die meisten schönen Fotos und das Video sind von meinem Fotografen, danke dafür!

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