Von Dumfries in
Schottland ging es dann quer über die Insel an die Ostküste nach Newcastle in
England. Wir fuhren schnellste Route, also gut ausgebaute breite Landstraße,
dazwischen mal ein kleines Stück Autobahn. War jetzt nicht so langweilig wie es
sich anhört, Landschaft war recht schön.
Zwischendurch
nochmal tanken, wir überlegen noch etwas Futter für die Fähre mitzunehmen. Das
lassen wir aber, die 15€ für das Abendgericht dort können wir uns doch noch
leisten.
Vor Newcastle wird
der Verkehr sehr dicht, wir müssen mitten durch die Stadt, Kreisverkehre mit
vielen Abfahrten, Baustellen…. zweimal biege ich falsch ab und wir müssen
wenden.
Halb 2 sind wir
dann am Hafen. Vorm Abfertigungshäuschen stehen schon ein paar deutsche Camper
und englische Motorradfahrer. Wir stellen unser Mopped dazu, setzen uns an den
Rand und lesen bzw. daddeln mit dem Handy rum. Der Schalter wird aber bald
aufgemacht, ich zeig den Emailausdruck der Bestellung und bekomme die
Bordkarten. Wie bisher immer alles problemlos, mit Directferries.com hat immer
alles reibungslos geklappt.
Dann stellen wir
uns in die nächste Warteschlange vor der Grenzabfertigung. Hier wird es sicher auch
noch etwas dauern, deswegen gehen wir noch ins den Shop vom Terminal nebenan.
Unsere letzten Pfund wandeln wir in zwei leckere Cappucini um. Wir gehen damit
raus, und sehen dass die Abfertigung schon geöffnet hat und die Fahrzeuge schon
reinfahren. Also ohne einen Schluck getrunken zu haben die Becher auf 2 Pfähle
gestellt und zum Krad geeilt. Der schöne Cappu!
Die Persos werden
kontrolliert und die Motorräder vor uns müssen die Koffer öffnen. Mich fragt
der etwas zahnlose Grenzmensch freundlich ob ich Drugs or Wives dabei habe. Ich
deute verdutzt auf die Dame direkt hinter mir. Wir lachen alle und er spricht
das eigentlich gemeinte „Knifes“ etwas deutlicher aus. Ich verneine natürlich,
wir haben nix dergleichen an Bord. Dann will er in meinen Tankrucksack schauen,
ich öffne ihn und als erstes wird mein innen am Deckel einceclipstes
Einhandmesser (zum Apfel schälen) sichtbar. Ups, ich bekomme ein kleinen
Schreck. Er kramt aber nur im chaotischen Inhalt des Tankrucksackes rum und
sagt nix zum Messer. Wir dürfen weiterfahren und stellen uns in die dritte
Schlange direkt vor der Fähre. Nach ner halben Stunde dürfen die ersten
Motorräder reinfahren. Sie müssen eine steile Rampe hoch und werden dann rückwärts
zum Abstellort bugsiert. Sah alles recht umständlich aus. Dann durften wir
hoch, vor uns eine Dame mit einer Triumph. Wir mussten zum Glück nicht rückwärts
irgendwo rein, sondern fuhren in dem sehr niedrigen Fahrzeugdeck (max 2,05 m
hoch, wenn ich mich auf die Fußspitzen gestellt habe bin ich oben angestossen)
bis ganz nach vorne. Dort mussten wir uns recht eng an die Wand stellen. Unten
am Boden war hier links und rechts ein dünnes Stahlseil gespannt. An der Wand
hingen sehr viele neue Spanngurte, sehr gut, das habe ich schon wesentlich
schlechter erlebt. Abspannen mussten wir hier selber, also einmal quer über den
Sitz und dann nochmal zwei Gurte nach vorn und zwei nach hinten. Dann die Rolle
vom Heck abgemacht und auf zur Suche nach unserer Kabine. Die Nummer 733 fanden
wir zum Glück recht schnell. Diesmal eine Innenkabine ohne Fenster, recht
klein, aber 2 Betten und ein Bad – mehr brauchen wir nicht. Erst mal etwas
ausruhen, dann umziehen und raufs auf Deck.
Pünktlich 17 Uhr
englischer Zeit legte die Fähre ab. An Bord gilt aber mitteleuropäische Zeit,
es war für uns immer etwas unklar wie spät es nun ist. Aber wir sind ja im
Urlaub…
Nach einer Weile
auf Deck und einem kleinen Schläfchen unter Deck wollten wir etwas essen.
Mitgenommen hatten wir nichts. Wir fanden aber nur ein Restaurant mit Selbstbedienungsbuffet.
Der Hunger war da – also rein. Wir wurden platziert und bedienten uns an den
vielen Sachen, einiges hat sogar gut geschmeckt. Dann zahlten wir leicht
zähneknirschend die Rechnung, 30€ pro Nase plus 6,50€ für die Flasche Wasser…. Für
die 70 Euro hätten wir 2x normal oder 1x sehr gut essen gehen können…
Die Nacht war
halbwegs gut, trotz Maschinenbrummen und viel zu kurzem Bett konnten wir
halbwegs schlafen. Der Seegang war sehr gering.
Am Morgen dann das
Frühstück im gleichen Restaurant. Die Kosten von 7 Pfund pro Person waren
diesmal günstig, da die Auswahl sehr groß war.
Um 9 Uhr dann die
Durchsage das alle Passagiere zu ihren Fahrzeugen gehen sollen. Schnell die
Motorradklamotten angezogen und unser Zeug in der Rolle verstaut. Runter ins
Fahrzeugdeck, Mopped steht noch, alles gut. Spanngurte weg, Rolle drauf, Navi
eingesteckt…und dann mussten wir nochmal ewig warten. Wir waren in einem
Seitengang gelandet, zuerst musste das große Fahrzeugdeck schräg unter uns
geräumt werden, dann wurde eine riesige Rampe auf dieses Deck runter geschwenkt
und die Fahrzeuge darauf mussten auch noch rausfahren. Dann wurde eine kleine
Klappe von unserer Ebene auf die Rampe geschwenkt und dann durften wir als fast
Letzte die Fähre verlassen.
Raus aus dem
Schiff, rein in den Kontinent, und ab jetzt wieder rechts fahren!
![]() |
Das letzte Mal tanken auf den Inseln |
![]() |
Warten bis der Schalter auf macht |
![]() |
Gleich dürfen wir rein, über die Bleche und dann ganz links eine steile Rampe hoch |
![]() |
Hier die 2 Motorräder, daneben eine Reihe PKW und ganz links das große Fahrzeugdeck voller LKW |
![]() |
Auf Seitenständer, mit Spanngurten an den 2 Stahlseilen fest gemacht |
![]() |
Die Auffahrt auf die Fähre von oben |
![]() |
Wir verlassen den Hafen, der Urlaub ist vorbei :-( |
![]() | |||
Gutes Wetter auf See... |
![]() |
...aber für einen schönen Sonnenuntergang sind zuviele Wolken am Horizont |
![]() |
Warten nach der Ankunft, das große Fahrzeugdeck muss frei werden, dann die Rampe runter und dann dürfen wir raus |
![]() |
Abfahrt in Newcastle |
![]() |
Ankunft in IJmuiden über Amsterdam |