Das schon im letzten Jahr geplante MZ-Süd-Treffen fand
direkt nach dem Paris Urlaub statt. Die Hinfahrt zusammen mit Marc verlief wie
üblich über die Landstraße. Nur das erste Stück bis Schleiz flogen wir über
die A9 – die Kurven im direkten Umkreis kennen wir ja zur Genüge.
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Kurze Pause am Blumenfeld. Auf dem Heck Zelt und Isomatte + Schlafsack |
Die Temperaturen waren auf der Strecke kaum
auszuhalten, 38 Grad – da macht Motorradfahren nicht Spaß. Man muss wirklich
das Visier zu machen damit es nicht zu warm in den Helm reinbläst. Unglaublich!
Wir rollen im normalen Tempo mit 100 über die Landstraße, und mein Hinterreifen pellt
sich ab. Luftdruck stimmt - noch nie gesehen bei normalen Dahinrollen.
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Reifenabrieb bei 38°C und normaler Fahrt |
Kurze Abkühlung in der klimatisierten Tankstelle, dann wieder raus und
man bekommt die heiße Faust ins Gesicht… das macht kein Spaß! Wir sind froh als
wir in Weilheim angekommen sind. Sofort das Zimmer beziehen, die
durchgeschwitzten Moppedklamotten vom Leib zerren und erstmal unter die kühle
Dusche! Und anschließend ein kühles Bier.
Fast alle MZ-Leute sind da, wir essen, trinken und reden
bis spät in die Nacht – prima, deswegen sind wir hier.
Am nächsten Morgen steht eine gemeinsame Ausfahrt an. Bei der Gruppenwahl sind wir diesmal recht flexibel. Die
Temperatur ist zum Glück etwas gefallen, und wir fahren eine schöne Runde durch
Süddeutschland.
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MZ-Phalanx, 34 Stück. Meine KTM steht verschämt am Rand |
Am Abend wieder Essen, Trinken, Erzählen…..und Charly
fahren. Zum ersten Mal bin ich mit dem Motorrad schneller als Marc!
Das Treffen war Klasse, nur schade das ich wieder mit der
KTM dort war! Ich muss unbedingt öfters Lotto spielen!
Vogesen
Da ich einmal in Süddeutschland bin und noch ne Woche
Urlaub habe bleibe ich gleich noch hier unten. Geplant war eigentlich eine
direkte Fahrt in die Alpen. Da aber der Jan in den Vogesen Motorradurlaub macht
bot sich der kleine Abstecher natürlich an. In die Vogesen wollte ich immer
schon mal, und in Frankreich war ich das letzte Mal vor 2 Tagen… Lippi mit
seiner MZ Skorpion kannte sich in den Vogesen aus und wollte ein Stück
mitfahren.
Kurz nachdem wir losfuhren sah ich wie Lippi über eine
große Metallstange (20..30cm lang) fuhr. Die Stange tanzte über die Straße und ich fuhr direkt darauf
zu. Zeit zum Reagieren hatte ich nicht, zum Glück traf das Teil nicht mein
Vorderrad. Stattdessen knallte es volle Kanne gegen meinen rechten Fuß. Der Fuß
blieb dran, aber der große Onkel tat heftig weh und am Abend sah ich einen
großen Bluterguss an der Einschlagstelle. Ein Hoch auf meine Daytona-Stiefel,
wenn ich Turnschuhe angehabt hätte wäre es sicherlich unschön geworden….Bisher
ist mir sowas noch nicht passiert.
Die Fahrt in Richtung Frankreich macht Spaß, die
Temperatur bleibt im erträglichen Bereich, Lippi wählt schöne
Streckenabschnitte aus und fährt so flott das ich auch hinterher komme.
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Mittag |
Nach ein paar Stunden erreichen wir die Grenze, die
kleinen französischen Dörfern mit ihren Stadtmauern, engen Straßen und alten
Fachwerkhäusern sind wunderschön. Auch die Landschaft passt, klasse Gegend,
hier gefällt es mir! An der Auffahrt zum Col de la Schlucht LINK bin ich Lippi
dann zu langsam, er überholt auf recht forsche Weise und ist weg. Ich komme
natürlich nicht hinterher. Krampfhaft versuche ich ihn einzuholen und vergesse
dabei das er sicherlich oben auf den Berg wartet. Ich fahre über die Bergkuppe
ohne auf den winkenden Lippi zu achten…peinlich. Unten im Tal hielt ich nochmal
kurz an, aber er blieb verschwunden und mangels Handynummer blieb Lippi verschwunden.
Wir wollten uns zwar sowieso hier trennen, aber so abrupt war es nicht geplant.
Da es schon recht spät war fuhr ich weiter nach Eschbach
au Val. Dort war das Hotel wo ich Jan treffen wollten. Es lag tief im Wald
einsam oben auf dem Berg, man hatte von dort eine prima Aussicht auf die
Umgebung. Nach einer halben Stunde Erzählerei war es schon halb acht, höchste
Zeit für mich ein Plätzchen für die Nacht zu suchen (einige Campingplätze
machen um 19 Uhr zu). Der erste Platz war auch tatsächlich schon geschlossen,
aber 5 km weiter war noch ein Plätzchen für mich frei, 7,70€ kostet ein Zelt
mit Mopped.
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Mein Vaude-Zelt, Nach einem Jahr wieder im Einsatz |
Ich baue gekonnt das Zelt auf und sammle die letzten
Grashalme vom Campingplatz unter Oslo raus. Es ist Sonntagabend, ich
habe nix zu futtern im Gepäck und eben bin ich an einem Mäcces vorbei
gefahren….Das Abendbrot ist gesichert.
Am Abend schaue ich mir noch einen Film auf dem Handy.
Die Nacht ist super, schnell eingeschlafen und 8 Uhr wieder aufgewacht.
Col de la Schlucht |
Da ich gestern die Fahrt über den Col del la Schlucht
nicht wirklich genossen hatte fuhr ich nochmal drüber, am Gipfel dann links
rein und weiter quer durch die Berge. Die Vogesen sind klasse, schöne Kurven,
meist gute Strasse, wenig Verkehr, und wenn doch mal ein Auto auftauchte wurde
man vorbei gewinkt (Das Wort gewunken gibt es nicht, komisch!).
Vogesen |
Leider muss ich nach Deutschland zurück, aber in den
Vogesen werde ich demnächst ein paar Tage verbringen!
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Fessenheim am Rhein, hier aber das Wasserkraftwerk. Der Atommeiler ist ein Stück weg |
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Der Rhein, zurück nach Schland |
In Freiburg muss ich nach einem neuen Hinterreifen
Ausschau halten, der montierte war fertig. Als Weg dorthin wählte ich Tomtoms kurvige
Strecke. Prima zu fahren, es wurde nur wieder mächtig warm und mir fing schon
recht früh am Tag der Po an weh zu tun, von der Hockerei auf dem Bock. Das
Problem hatte ich die letzten Tage schon gehabt. Auf der Nordkaptour war es
komischerweise kein Problem.
In Freiburg klapperte ich die 3 Läden ab die ich mir
rausgesucht hatte, keiner hatte einen Reifen da und bestellen dauerte 2 Tage.
Ich war genervt, Reifen gabs nicht, es war erdrückend warm (34°C), der Arsch
tat mir weh….ich hatte keinen Bock mehr auf Motorradfahren, Alpen usw. Das Navi
versprach mir eine Ankunftszeit von 23 Uhr wenn ich jetzt per Landstraße nach
Hause fahre. Kurzes Grübeln, weiter quälen oder Schwanz einziehen….es ist ein
Hobby, ich hab nix gebucht…also fahre ich jetzt in einem Gewaltritt die knapp
600 km nach Hause, zieh dort einen neuen Reifen auf und mache noch ein paar
Tagestouren im Rest der Woche. Hoffentlich hält das der Reifen noch aus.
Die Landstraßentour führte leider durch viele größere
Orte, Pforzheim im Berufsverkehr bei über 30 Grad ist was Feines.
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Abendbrot, Pott Kaffee und ein belegtes
Baguette an einer namenlosen Tanke
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In Würzburg
war das Maß dann voll. Ich wollte nicht mehr im Stau stehen und im eigenen Saft
schmoren, und die Strecke von Würzburg nach Thüringen bin ich schon ausgiebig
gefahren…also rauf auf die gehasste Autobahn. 23 Uhr war ich dann endlich
zuhause.
Fazit der Rundreise: Vogesen super, meine Motorradsachen
sind für warme Temperaturen nicht geeignet und ich brauche eine andere
Sitzbank.
Das ich den Trip eigentlich schon vor seinem Beginn
abgebrochen hatte ist zwar nicht so toll, aber das Hobby soll Spaß machen, und
wenn es nur Qual ist mach ich was anderes.
Drei Mal Frankreich in diesem Jahr, ich bin wohl
endgültig frankophil geworden!