Sonntag, 30. Juni 2019

100.000 km mit der KTM 1190


Das erste Krad, mit dem ich die 100 tkm – Marke knackte, verdient ein wenig Statistik:

Meine KTM in Afrika, im Hintergrund ist Europa zu sehen

100.000 km - Das Beweisfoto, geknipst auf dem Pilion / Griechenland
Vorgeschichte:
Die große LC8 fand ich immer gut, aber zuerst war ich mit Honda NTV, Honda Fireblade und MZ 1000 SF unterwegs.
Mit der ersten großen Tour 2013 nach Schottland erwachte das Fernweh in mir. Die große MZ war aber kein geeignetes Krad dafür. Deswegen hatte ich mir im Herbst 2013 für 3 Tage eine 1190 ausgeliehen und ausgiebig probegefahren.
Anfang 2014 wurde dann ein Vorführer gekauft. Der Händler in Anhalt war sehr chaotisch, genauso wie das erste Jahr mit der KTM, Anlassertausch, Hauptständer gebrochen, neues Kurven-ABS bringt Tempoanzeige und Restreichweite durcheinander…was habe ich mir hier nur gekauft! Die 73 tkm mit der Fireblade waren so problemlos!
Danach spulte die KTM aber ihre Kilometer recht problemlos ab. 2014 gleich zum Nordkap, und in den nächsten Jahren ging es zu vielen anderen Punkten in Europa, und sogar bis nach Afrika. Viele glückliche Stunden, geballte Lebensfreude! In meinem Blog sind rechts die Touren grob beschrieben.
Nordkap
Auflistung Werkstatt / Defekte
0 km 12.03.13 Erstzulassung Vorführfahrzeug
4.091 km 04.01.14 Kauf bei einem Händler in Sachsen Anhalt, Heizgriffe installiert
8.000 km? 16.04.14 Neuer Anlasser eingebaut auf Garantie, Krad sprang unter 5°C nicht an. Kurven-ABS eingespielt. Freiwillig von KTM weitere 12 Monate Garantie. Einstellmöglichkeit Dämpfung und Reifendruckanzeige im Display wieder aktiviert
8.500 km 05.07.14 Alten Scottoiler installiert
8.620 km 07.07.14 Bremse hinten entlüftet, gebrochener Hauptständer auf Garantie erneuert
9.422 km 16.07.14 Neuer Reifensatz Conti Trail Attack 2
17.236 km 29.08.14 15 tkm-Durchsicht 228€
22.700 km 14.10.14 Filterspannrahmen Luftfilter erneuert, wurde wohl beim 1 tkm Service beschädigt, 30€
24.295 km 12.03.15 TÜV/ASU neu, keine Mängel
24.301 km 13.03.15 Neuer Reifensatz Conti Trail Attack 2 + Bremsbelag hinten
31.520 km 18.06.15 Neuer Kettensatz Kette Regina 525 ZRD
32.064 km 04.07.15 30 tkm-Durchsicht, 3 Ventile eingestellt, 484€
34.020 km 22.07.15 Neuer Reifensatz Conti Trail Attack 2
42.000 km 15.02.15 CLS-EVO Tour eingebaut
42.200 km 15.03.16 Neuer Reifensatz Conti Trail Attack 2 + Anschlussgarantie 24 Monate für 350€
42.386 km 16.03.16 45 tkm-Durchsicht + Austausch vordere Bremsleitung gegen 50mm verlängerte Leitung von Fa. Melvin. Austausch nötig um Lenkerhöherlegung zu montieren. 382€. Austausch der linken Lenkerarmatur wegen Undichtigkeit (Dauerhupen) auf Garantie
56.952 km 27.08.16 Neuer Kettensatz Kette DID 525 ZVMX + Bremsklötzer hinten + Reifensatz Conti TrailAttack 2
61.057 km 01.10.16 60 tkm-Durchsicht mit freiwilligen Gabelservice. Ventile mussten eingestellt werden. Gabelservice war unnötig, keine Probleme vorher und hinterher keinerlei Änderung bemerkt. Kosten 1015€
64.000 km? 22.11.16 Rückruf durch KTM – Kontrolle Kabelbaum, durchgeführt ohne (bekannte) Mängel
64.250 km 04.03.17 Vorsorglich neuen Akku YUASA YTZ14S eingebaut, Anlasser hat sich bei Start im Kalten etwas schwer getan. Ob es wirklich schon nötig war?
64.334 km 15.03.17 Neue Bremsbeläge vorn
64.405 km 18.03.17 TÜV/ASU neu, keine Mängel
64.405 km 21.03.17 Neuer Reifensatz Pirelli Scorpion Trail 2
72.334 km 08.06.17 Vor großer Tour 75 tkm-Durchsicht, keine Auffälligkeiten, 382€
72.600 km 06.07.17 Neuer Reifen vorn, Pirelli Scorpion Trail 2 (Vorne mehr abgefahren als hinten, besonders Reifenflanken waren fertig
73.400 km 15.07.17 Vor großer Tour Hinterreifen neu, Conti TrailAttack 2
82.000 km? 27.09.17 Neuer Reifensatz Conti TrailAttack 2
84.914 km 15.12.17 Wahrscheinlich auf Rumänientour wurde Kühler beschädigt – undicht. Kühler getauscht + Bremslichtschalter hinten getauscht. Anschlussgarantie zahlt 60% der Materialkosten (Anteil nach km-Leistung gestaffelt)
85.200 km 13.02.18 Anschlussgarantie 12 Monate für 300€ abgeschlossen, trotz 85 tkm!
85.200 km 15.05.18 Durch mich vorsorglich Benzinfilter getauscht, war aber absolut unnötig. Bei Tausch Benzinpumpe beschädigt, Ersatz durch Ebay-Pumpe mit ca. 24 tkm. Kein KTM-Fehler
87.500 km 07.06.18 Vor großer Tour neuer Reifensatz Conti TrailAttack 2, alter Satz war nicht verbraucht
93.500 km 19.07.18 Alten Hinterreifen wieder aufgezogen, Ersatz für beschädigten HiRei
93.646 km 30.07.18 Neuer Kettensatz, Kette DID ZVMX 120 R
96.221 km 07.11.18 Durchsicht 90 tkm ohne Auffälligkeit, 464€
96.400 km März 19 Neuer Reifensatz Conti TrailAttac3, neue Bremsbeläge hinten
96.683 km 01.04.19 Bremse hinten entlüftet
96.756 km 05.04.19 TÜV/ASU Ohne Mängel
103.400 km 23.06.19 Aktueller Kilometerstand
                                                               ? – Genauen Kilometerstand nicht notiert
Nochmal Nordkap, Nachts halb 2

Auflistung nur Defekte
8.000 km Neuer Anlasser eingebaut auf Garantie, Krad sprang unter 5°C nicht an.
Einstellmöglichkeit Dämpfung und Reifendruckanzeige im Display wieder aktiviert
8.620 km Bremse hinten entlüftet, gebrochener Hauptständer auf Garantie erneuert
22.700 km Filterspannrahmen Luftfilter erneuert, wahrscheinlich Fehler erster Händler, 40€
42.386 km Austausch der linken Lenkerarmatur wegen Undichtigkeit (Dauerhupen) auf Garantie
64.000 km Rückruf durch KTM – Kontrolle Kabelbaum, durchgeführt ohne (bekannte) Mängel
84.914 km Wahrscheinlich auf Rumänientour (Schotter!)wurde Kühler beschädigt – undicht. Kühler getauscht + Bremslichtschalter hinten getauscht. Anschlussgarantie zahlt 60% der Materialkosten (Anteil nach km-Leistung gestaffelt)

Zusammengefasst: Erster Anlasser zu schwach, erster Hauptständer gebrochen, linke Lenkerarmatur undicht
Die größeren Defekte auf 100 tkm in einer Zeile! Und zum Glück alle von KTM bezahlt!
Der westlichste Punkt Europas - Capo da Roca / Portogal
Slea Head.  Oder ist das der westlichste Punkt Europas? Egal - ich war an beiden Orten
Aktuelle Beobachtungen

·         Schaltung, vom ersten in den zweiten Gang landet man trotz Klacken hin und wieder im Leerlauf, Verschleiß – gab es früher nicht
·         Gummigriffe sind am Ende abgenutzt
·         Felgenband wurde noch nie getauscht
·         Verbrauch zwischen 5l (Schweiz) und 7,5l (Korsika). Meist um 6,3..6.5l. Keine Änderung über die Jahre

Der südlichste Punkt Europas, Tarifa / Spanien
Zubehör

Tiefere Rallye-Fußrasten von Motobau – 3cm tiefer, sehr gut für mich!

Kettenrad mit 2 Zähnen mehr – durch die kürzere Übersetzung fahr ich wesentlich besser durchs winklige Geläuf

SW-Motech Motorschutz – ok, vordere Halter war nach >2 Jahren gebrochen, Ersatz kostete ca. 40€. Da falsche Version geschickt wurde musste ich etwas basteln

SW-Motech Kettenschutz – ok, Bei Anbau musste Langloch gefeilt werden, vordere Schraube war mehrmals locker oder weg – trotz Gewindesicherungsmittel

SW Motech Track-EVO-Koffer – zufrieden, nach Abdichtung mit etwas Silikon sogar Luftdicht, auf Korsikatour rissen an einer Seite die oberen Nieten der Halterung, Reparatur auf Garantie. SW Motech Quick-Look Kofferträger – sehr zufrieden. Koffer bei allen großen Touren im Einsatz, paar mal das Krad draufgelegt – noch alles iO

Touratech Ständerverbreiterung – nicht ok, nur locker zu montieren, im eingeklappten Zustand wird Rohr Hauptständer angeschliffen

Scottoiler – war noch der alte von der Fireblade, unzuverlässig, hat oft nicht geöffnet, kann aber auch am Alter liegen. CLS wesentlich besser

CLS-Kettenöler – ok, läuft die ganze Zeit bei mittlerer Stufe, keine Verstellung bei Regen oderso. In Rumänien habe ich die Düse (das schwarze Kunststoffrohr am Kettenrad) verloren

Gepäckbrücke von Motorrad-Planet (oder andere Lieferanten) – sehr gut, größere Auflage und mehr Verzurrmöglichkeit fürs Gepäck. Für 2-Mann-Betrieb nochmal 5cm nach hinten versetzt

SW-Motech Schutzbügel für Seiten – sehr gut, erfüllt Funktion, robuster Eindruck, die hässlichen silbernen Tankschützer fallen weg

Touratech Fußbremshebel klappbar – sehr gut, später für tiefere Fußrasten an Unterseite des Bremshebels mit Abstandshalter montiert

Lenkererhöhung Touratech 25 mm und SW Motech 30 mm, gemeinsam montiert – sehr gut. Dafür neue verlängerte Bremsleitung nötig

Auspuff GIANELLI – sehr gut, klingt wesentlich besser als der originale Topf. Wird in den ersten 10..20 tkm lauter, dann bleibt Sound gleich. Sicherungsring vom hinteren Rohr (DBeater) rostet weg, Schelle vom Hitzeschutz ist durchgerostet und musste durch eine Schelle aus dem Baumarkt ersetzt werden

Tankrucksack Givi XS308- sehr gut, mit Tankring schnell befestigt, funktioniert prima, gute Haltbarkeit. Nur ein Schieber vom Reißverschluss ist defekt, weil ich an ner hektisch Mautstation zu doll dran gezogen hatte

Fahrersitz – KTM-Ergo-Sitzbank – besser als der originale Sitz, aber scharfe Kante stört. Der Sitz von Touratech hoch ist wesentlich besser, der Ergo-Sitz wurde deswegen verkauft

Adapter Lenkerspiegel von Bernies – Spiegel kommen ca 40..50 mm weiter raus, sieht besser aus als ähnliche Lösungen von Louis oÄ

SW-Motech Navihalterung – sehr zufrieden, Navi wackelt zwar etwas, aber das könnte sogar positiv sein. Navi TomTom Rider 2013 funktioniert ohne Probleme (außer durchgescheuerte Kontaktflächen nach 100 tkm)

Racingscheibe PUIG – sehr gut, sieht gut aus, und kein Windschutz = keine Probleme

KTM auf Lava. Etna / Sizilien
Fazit:

3 größere Defekte auf den 100 tkm, und alle durch Garantie bezahlt

Bis auf den zweiten Gang sind keine Verschleißerscheinungen äußerlich / vom Fahren her zu bemerken.

--> Mein Fazit ist sehr positiv!

Mein Bock - Lebensfreude pur!
Wie geht es weiter?

Ich fühle mich sehr wohl auf dem Bock. Was kann die neuere Version besser? 10 Ps mehr die ich nicht merke, besseres Fahrwerk – was ich auch nicht merke. Das neue Display ist nett aber unnötig. Die bessere Fahrbarkeit bei niedrigeren Drehzahlen (ab 2.000 U statt ab 3.000U wie bei meiner) ist ein Pluspunkt.

Also weiterfahren. Geld bekommt man bei der Kilometerleistung eh nicht mehr dafür. In ein paar Jahren wird es aber ein neues Krad geben müssen. Wahrscheinlich wieder eine größere ADV von KTM.

Mittwoch, 5. Juni 2019

Fazit Griechenland Tour



3 Wochen und 3 Tage hat unser Trip gedauert. Nur 3 Länder waren beteiligt, recht wenig für uns.

Verkehr
Tempobeschränkungen sind sehr willkürlich, 30er Schild auf einer breiten 4 spurigen Straße ohne sichtbaren Grund. Es hält sich aber eh keiner daran. Man fährt 90 im Randbereich der Stadt (erlaubt 50 wie in D), und man wird trotzdem heftig überholt. Im ADAC-Faltzettel stand 90 kmh Vmax für Motorräder außerhalb der Stadt – kann man knicken. Probleme hatte ich etwas mit der Vorfahrt. Rechts vor links gibt es selten bis garnicht. Auf der Hauptstraße steht aber kein Schild das ich Vorfahrt habe. Es steht nur auf der Seitenstraße, und meistens eine ganze Ecke vor der Kreuzung. Ich bin immer etwas skeptisch an solche Stellen rangefahren und hab versucht in die Seitenstraße reinzuschauen. Genauso Kreisverkehr, ADAC sagt Leute die in den Kreisverkehr einfahren haben Vorfahrt, außer ein Schild sagt was anderes. Die Schilder waren aber immer nur für die einfahrenden Fahrzeuge sichtbar… Auch rote Ampeln wurden teilweise nur als Hinweis angesehen. Aber eigentlich alles kein Problem, die Griechen fahren recht vernünftig und rücksichtsvoll. Es gab keine einzige brenzlige Situation auf den 3.000 km + durch Griechenland. Noch erwähnenswert ist die konsequente Ignorierung der auch in Griechenland herrschenden Helmpflicht. Egal ob 50er Roller (der klingt wie ne ganz große) oder 12hunderter GS – Helm braucht man nicht!

Straßen
Meist gut, und meist sehr breit ausgebaut. Aber hin und wieder tiefe Wellen, mein Hauptständer hat ein paar Mal aufgesetzt (sonst recht selten bei mir). Wir sind viele kleine Nebenstraßen / Bergstraßen usw. gefahren. Hier liegt viel Schotter / Sand auf der Straße, gerne auch hinter der Kurve. Es gibt tiefe Schlaglöcher, Kanten, Rillen….man sollte auf Sicht fahren. Aber trotzdem ist feines Kurvenwedeln angesagt, es gibt sehr viele Berge in Griechenland, mit entsprechenden Kurven!

Hotel
In der Regel ca. 50€ Doppelzimmer mit Frühstück. Buchen mit booking.com am Abend vorher war bei allen kein Problem (wenn man seine Handy-PIN kennt und das Handy nicht zerdeppert…). Die Bewertungen bei den Hotelportalen sollte man wie auch auf dem Balkan nur am Rande beachten. Aber die Zimmer waren alle ok und sauber. Einmal fehlte das richtig warme Wasser, oder der Klodeckel war nicht richtig fest…Kleinigkeiten.

Essen
Wir waren jeden Abend im Restaurant. Wir haben schnell die für uns perfekte Konstellation gefunden: 3 Vorspeisen und ein Hauptgericht für uns zwei – mit Getränken lagen wir dann bei 20 bis 30€. Das Essen war schon ähnlich wie beim Griechen in Deutschland, nur Ouzo gab es nie dazu. An Bier gibt es Mythos und Alfa. Beides kann man trinken, Mythos liegt bei mir vorne. Der Rotwein war manchmal sehr gut, manchmal seltsam. Hat man schon an der Farbe gesehen.

Leute 
Etwas Englisch konnten die meisten, nur ein paar Leute konnten es nicht, da ging es mit Händen und Füßen. Aber alle waren sehr freundlich, Germany good, motobike good… Wir haben uns überall sehr wohl gefühlt es gab keine einzige komische Situation.

Fähre Venedig - Igoumenitsa
Happiger Preis, hin und zurück 880€ ein Krad und 2 Leute. Fähre (AneK Line) sonst ok, Frühstück im Selfservice kann teuer werden(32e bei Hinfahrt), etwas zurückhalten oder vielleicht selbst was mitnehmen. Motorräder werden nicht oder nur laienhaft befestigt (Krad steht auf ebener Metallboden ohne Befestigungsmöglichkeit, teilweise wurden die Kräder von der Crew mit 0,5 cm starken Seil mit lockeren einfachen Knoten sehr lose befestigt. Am besten selber 3 einfache 2 m lange Spanngurte mitnehmen. Abfahrts- und Ankunftszeiten sind nur Richtwert, +3..4h scheinen normal zu sein.

Venedig
Bei Verwendung der Fähre von Venedig ist vorher ein Tag Venedig sehr zu empfehlen. Mir hat die Stadt sehr gut gefallen. Sehr sauber, nicht teuer (Cappuccino 3,80€, Eis 1,80€ /Kugel). Am besten in Mestre ein Zimmer mieten und dann die 15 min mit den Bus nach Venedig fahren.



Wetter
Für Anfang Mai war es noch recht frisch, selten über 20 Grad. 2 Tage mit hin-und-wieder Nieselregen hatten wir. Aber richtig nass geworden sind wir nur die 2h vor Mestre/Venedig.

Highlights
·         Wilde Mani (mittlerer Finger vom Peleponnes)
·         Städtchen Gytio auf dem mittlerer Finger
·         Halbinsel Pilion
·         Athen - Akropolis
·         Thessaloniki soll schön sein, mir war es zu dem Zeitpunkt von allen etwas zu viel
·         Meteora Klöster
·         Vikos Schlucht

Keine Glanzlichter
·         Dörfer von Zagoria. Da stehen dann ein paar normale Steinhäuser auf dem Hügel im grünen Wald. Ich versteh nicht was an ihnen besonders sein soll, wir hatten die am Anfang als normale Häuser angesehen bis uns Google Maps was anderes erzählt hat. Kann man ignorieren.

Griechische Schrift / Ortsnamen
Hier hatten wir ein kleines Problemchen. Die Ortsnamen in griechischer Schrift waren für uns nicht verwertbar. Sie standen auf den Wegweisern und teilweise auch nur im Google Maps, aber nicht im Navi und nicht auf der Karte. Hat uns nicht stark behindert, aber war schon anders als in normalen Gefilden. Endgültig abgeschworen habe ich aber den bisher immer verwendeten ADAC-Karten. Was nützt mir eine kostenlose Karte im vernünftigen Maßstab wenn die Ortsbezeichnungen grundsätzlich anders sind. Wenn am Ende des Namens ein „i“ statt „a“ steht wäre das ja noch ok. Aber bei „Halkida“ statt „Chalkida“ hört es dann bei mir auf. Demnächst nehme ich nur noch andere Karten mit.

Ausrüstung / Krempel
Es wieder alles gepasst. Nur das Kartenspiel für die langweilige Fähre hatten wir vergessen.
Ein Buff (diesen Halsschlauch) hab ich verloren, aber die 3€ kann man verschmerzen. Und mein Handy hab ich zerdeppert, die 139€ Reparaturkosten tun schon mehr weh, ist fast ein Tourtag! Das KTM-Krad hat auch super funktioniert, 100 tkm sind auf dem Pilion über die Uhr gelaufen!


Fazit der Tour
·         Griechenland top, lohnt sich, sollte man mal machen
·         Venedig top, im Rahmen der Anreise lohnt sich der eine Zusatztag
·         Anfahrt mit Fähre statt per Rad den Balkan runter – sehr gute Entscheidung. Auf das Wesentliche konzentrieren! Eine Gegend und die richtig. Nicht mit 500 km am Tag durch halb Europa düsen.

Das war die ganz große Tour 2019. Schade dass sie wieder so schnell vorbei ging! Die nächste große Runde im Sommer 2020 wird wahrscheinlich in den Nordwesten Europas gehen. Der eine Tag letztes Jahr von Cairnrayn nach Dumfries war einfach zu kurz! 



Mittwoch, 22. Mai 2019

Ankunft in Venedig und Weiterfahrt nach Österreich. Und danach heim.


Die Nacht in unserer Kabine ohne Fenster war für mich sehr gut, habe geschlafen wie ein Baby. Die Fähre wird nicht wie angegeben um 7 Uhr in Venedig ankommen, 10.30 Uhr ist jetzt angesagt. Ob nach griechischer Zeit (-1 Stunde) oder nach normaler mitteleuropäischer Zeit wissen wir nicht.
Beim kurzen Rundgang an Deck sehen wir den britischen Motorradfahrer wieder. Sein rechter Unterschenkel sieht unter der Hose sehr dünn aus…komisch…ich schaue genauer hin. Sein rechtes unteres Bein besteht aus einer Prothese. Das Sprunggelenk der Prothese ist ein richtiges Gelenk mit dem er nach vorn und hinten normal abrollen kann. Am Gang über Deck und Treppe hoch Treppe runter erkennt man keinen Unterschied zwischen den Beinen. Coole Sache, ich finde es sehr spannend wie solche Prothesen immer besser Teile des menschlichen Körpers ersetzen und den Leuten ein fast normales Leben ermöglichen. Und unser Tommy fährt trotz Unterschenkelprothese mit einem großen 250 kg schweren Adventurebike von England ganz alleine nach Griechenland – klasse Geschichte!
Beim Frühstück halten wir uns diesmal etwas zurück, bei der Hinfahrt hatten wir 32€ bezahlt. Diesmal mit nur Omelett und Kaffee liegen wir bei 20€.
Um 10 kommt dann die Durchsage das wir die Zimmerschlüssel an der Rezeption abgeben sollen. Wir packen unser wenig Zeug in die Rolle, ziehen unsere Moppedklamotten an und setzen uns draußen in die Barsessel. Land kommt in Sicht und irgendwann wird die wartende Menge vor dem Fahrstuhl / der Treppen kleiner – das Fahrzeugdeck muss also offen sein. Wir schnappen uns unser Zeug und gehen nach unten. Die Tür zum Deck 5 ist wirklich schon offen, wir gehen um die Ecke und sehen unser Krad schön aufrecht stehend vor uns. Die Spannriemen müssen ab, ritsch ratsch sind sie runter. Dann muss der Kabelbinder der Vorderbremse noch weg, aber mein Messer ist nicht oben am Tankrucksack wo es hingehört. Wir hatten gestern noch einen Apfel geschält und danach habe ich das Messer in die Jeans gesteckt. Die ist jetzt wohl verpackt in der verschnürten Gepäckrolle. Mist, ich habe sonst nix scharfkantiges zur Hand. Direkt vor und baut unser Brite sein Gepäck ans Bike, ich frage ihn ob er ein Messer hat. Er kramt etwas rum und gibt mir ein breites schweizer Taschenmesser mit zig Funktionen (Messer, USB-Stick, Flugzeugträger…). Ich klappe die kleine Klinge raus und kann den Kabelbinder zerschneiden. Jetzt nur noch Rolle und Tankrucksack am Krad befestigen und wir sind eigentlich fertig. Vor uns stehen aber noch Autos mit Anhänger und Camper, die müssen warten bis der komplette vordere Bereich frei ist damit sie wenden können um die Rampe wieder runterzufahren. Dort steht aber alles voller LKWs, so lange wollen wir nicht warten. Wir schieben also unsere Kräder etwas zurück und wenden die Karren. Auf dem Boden sind überall diese Pilze zum Abspannen. Damit hat unser britischer Kollege etwas Probleme beim zurückschieben und ich helfe ihm seine Triumph zurück zu schieben und zu wenden. Dann stehen wir vor der Rampe und müssen noch etwas warten bis der LKW unten wegfahren kann. Als sie frei war Motor an, die Rampe runter und raus aus dem Schiff.
Draußen schwer bewölkter Himmel und keine warmen Temperaturen, Venedig empfängt uns nicht  gerade sehr freundlich. Eine Kontrolle gibt es nicht noch mal, wir fahren nur am interessiert schauenden Hafenbeamten vorbei. Raus aus dem Hafen auf die Straße zurück nach Mestre. Mein Navi kennt die ganzen Straßen nicht, deswegen fahre ich eine Ehrenrunde beim großen Kreisverkehr und bin plötzlich wieder hinter unserem Tommy. Von unseren Schweizer Kollegen hatten wir uns schon auf der Fähre verabschiedet. Kurz nach dem Kreisverkehr hielten noch die 2 aus Garmisch an um auf ihre Camper-Freunde zu warten. Heftiges Winken um Tschau zu sagen war angesagt, obwohl es nicht das letzte Mal war das wir sie sehen.
Die Rückfahrt war auf 2 Wegen möglich, wieder Autobahn vermeiden fast genau nördlich per Landstraße durch die große langweilige Ebene bis zum Felbertauerntunnel, oder die Brenner Autobahn mit kurzem Schwenk nach Westen bevor es nach Norden geht. Die Strecke über den Felbertauern bin ich ja schon x Mal gefahren, die Brenner Autobahn aber noch nie. Bisher ging es immer nur über die alte Brennerstraße. Also mal ein paar Kilometer auf der Autobahn schruben, das Wetter war eh nicht Motorradtauglich, 16° und tiefe, nach Regen aussehende Wolken.
Also auf die Autostrada, zuerst Richtung Westen vorbei an Verona, dann noch Norden Richtung Brenner. Schon mit 120..130 langhin, ich bin froh das mein nächstes Krad ein Tempomat haben wird. Irgendwo mussten wir dann tanken. Ein Kaffee und ein Croissant war auch nötig… Wildes Geschnatter auf Italienisch in der Raststätte – wir freuen uns auf den Herbst, da ist eine Woche Toskana geplant! Als wir wieder zum Krad gehen kommt plötzlich einer der Garmischer Motorradfreunde von der Fahre angefahren. So schnell sieht man sich wieder. Er hat komplett Regensachen drüber gezogen und erzählt von 3° auf dem Brenner. Die Herzdame zieht sich deswegen schnell noch die Regenjacke drüber.
Dann wieder auf die Bahn, viele langweilige Minuten später kommen wir am Brenner an. Hier machen wir nochmal eine Pause, gehen aufs Klo und kaufen eine Vignette für die österreichische Autobahn. 10 Tage für 5,90€, geht eigentlich, wenn ich da an die Schweiz mit ihrer Jahresvignette, und nur der Jahresvignette denke.  
Nach dem Brennerpass kommt dann nochmal eine Mautstation wo wir nochmal 9,60€ bezahlen müssen. In Italien hatten wir schon 26€ gelöhnt, in Österreich nochmal 10€, dazu die Vignette von knapp 6€…beim nächsten Mal fahre ich wieder die alte Brenner Straße. Wenigstens passt das Wetter, oben auf den Brenner 12° und fast kein Regen, auf der österreichischen Seite wurde es dann sehr schnell über 20° warm.
Wir hätten uns jetzt gleich vor Innsbruck ein Hotel suchen können, aber die Hälfte der 800km Heimfahrt von Venedig war noch nicht erreicht, also weiter Kilometer schrubben. An einer Raststätte vor Kufstein machten wir dann eine längere Pause, um zu tanken, was zu Essen und ein Hotel zu buchen. Wir trafen hier ein Nürnberger Pärchen auf einer blauen KTM 1190, sie kamen direkt aus Marokko….sehr interessant, da möchte ich ja auch unbedingt mal hinfahren. Wir erzählten und irgendwann kam die Tankstellendame mal raus und bat mich dann doch mal die Tankrechnung zu zahlen…
Dann Kaffee und Gebäck gekauft und auf dem Tisch draußen Handys und Landkarte ausgebreitet. Gesucht wurde ein Hotel in der Nähe, das geografisch günstig lag (die Strecke die wir heute nach Süden fahren müssen wir morgen wieder zurück fahren). Da es Samstag um 5 war lagen die Preise in Kufstein bei 90€ +, soviel wollten wir dann nicht bezahlen. Also die nächsten Städte an der Autobahn eingegeben, Kiefersfelden hinter Kufstein ist ja schon Deutschland, und gleich dahinter ist schon Rosenheim… In Bad Feilnbach gabs ein schönes Doppelzimmer mit Frühstück für 70€, nur 10 min von der ABahn entfernt – Visakarte rausgeholt und auf die Knöpfe gedrückt. 30 Minuten später kamen wir beim Hotel an. Rezeption war unbesetzt, aber ein Briefumschlag mit Schlüssel lag für uns bereit.
Hotel super, Zimmer super, alles fein. Umziehen, kurz ausruhen und dann nochmal quer durchs Dorf. Im Edeka um die Ecke kauften wir noch etwas Wasser für den morgigen letzten Tag, dann gings in die Wirtschaft die den besten Eindruck machte. Ein dunkles Hefeweizen, eine Spargelcremesuppe, ein Weißbier und ein sehr leckerer Krustenbraten…Bayern ist lecker und das Leben ist schön!
Die Nacht im Hotel war super (endlich vernünftige Decken), das Frühstück war erstklassig, die letzte Übernachtung war der krönende Abschluss einer wunderschönen Tour!
Zu den letzten 400 km Heimfahrt gibt’s nicht viel zu sagen, je näher man der Heimat kommt desto langsamer verrinnt die Zeit. Wenigstens war das Wetter gut!  Ich fuhr eine Autobahnabfahrt vorher ab und wir fuhren die letzten Kilometer nochmal etwas Landstraße.
Dann standen wir in unserem Hof. Der Haustürschlüssel war diesmal schnell zur Hand, und dann waren wir halt wieder daheim. Schon schön hier, aber am liebsten wären wir sofort weiter zum nächsten Abenteuer gefahren. Der kommende Montag ist noch Putz- und Ruhetag, dann geht’s am Dienstag wieder in die Salzmine. Das Geld für den nächsten Urlaub muss verdient werden.
Wehmütige Stimmung bei uns, die große Tour 2019 ist damit auch für uns vorbei!