Freitag, 20. Juli 2018

Heimfahrt von der Fähre – der letzte Tag der Irlandreise


Der letzte Tag ist rasch erzählt. Gegen 10 Uhr von der Fähre in den Hafen, rechts rechts rechts fahren, ab auf die holländische Autobahn. 
Erste Tankpause
270 km später waren wir in Neuss, Freunde besuchen. Eine Stunde später wieder auf die Piste. Etwas nervigen Stadtverkehr durch Köln durch und 400 km später waren wir zu Hause. 

Na ganz so schnell gings nicht, die Autobahngeschichte zog sich wie Gummi in die Länge. Aber wenigstens sehr geringer Verkehr und keine Staus. 
Nochmal Tanken an der thüringer Grenze
Wir machten alle Stunde eine kleine Pause, aber am Ende taten uns nach 723 km doch die Sitzflächen etwas weh.
Tagesmeldung vom Navi, Vmax stimmt wie immer nicht, und der Durchschnitt ist auch recht tief... Ich glaube inzwischen es stimmen nur Zeit und Kilometer
Halb neun waren wir dann wieder daheim. Die große Sommertour Irland 2018 war damit zu Ende.


Daten der Tour. 5,5 tkm sind es geworden
Erste Handlung zuhause, die Suche nach dem Haustürschlüssel

Dienstag, 17. Juli 2018

Rückfahrt mit der Fähre von Newcastle nach Amsterdam

Das Frühstück war prima, das Zimmer auch. Mit nur 40 Pfund war das die billigste Unterkunft während der Reise, mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis.

Von Dumfries in Schottland ging es dann quer über die Insel an die Ostküste nach Newcastle in England. Wir fuhren schnellste Route, also gut ausgebaute breite Landstraße, dazwischen mal ein kleines Stück Autobahn. War jetzt nicht so langweilig wie es sich anhört, Landschaft war recht schön.
Zwischendurch nochmal tanken, wir überlegen noch etwas Futter für die Fähre mitzunehmen. Das lassen wir aber, die 15€ für das Abendgericht dort können wir uns doch noch leisten.
Vor Newcastle wird der Verkehr sehr dicht, wir müssen mitten durch die Stadt, Kreisverkehre mit vielen Abfahrten, Baustellen…. zweimal biege ich falsch ab und wir müssen wenden.
Halb 2 sind wir dann am Hafen. Vorm Abfertigungshäuschen stehen schon ein paar deutsche Camper und englische Motorradfahrer. Wir stellen unser Mopped dazu, setzen uns an den Rand und lesen bzw. daddeln mit dem Handy rum. Der Schalter wird aber bald aufgemacht, ich zeig den Emailausdruck der Bestellung und bekomme die Bordkarten. Wie bisher immer alles problemlos, mit Directferries.com hat immer alles reibungslos geklappt.
Dann stellen wir uns in die nächste Warteschlange vor der Grenzabfertigung. Hier wird es sicher auch noch etwas dauern, deswegen gehen wir noch ins den Shop vom Terminal nebenan. Unsere letzten Pfund wandeln wir in zwei leckere Cappucini um. Wir gehen damit raus, und sehen dass die Abfertigung schon geöffnet hat und die Fahrzeuge schon reinfahren. Also ohne einen Schluck getrunken zu haben die Becher auf 2 Pfähle gestellt und zum Krad geeilt. Der schöne Cappu!
Die Persos werden kontrolliert und die Motorräder vor uns müssen die Koffer öffnen. Mich fragt der etwas zahnlose Grenzmensch freundlich ob ich Drugs or Wives dabei habe. Ich deute verdutzt auf die Dame direkt hinter mir. Wir lachen alle und er spricht das eigentlich gemeinte „Knifes“ etwas deutlicher aus. Ich verneine natürlich, wir haben nix dergleichen an Bord. Dann will er in meinen Tankrucksack schauen, ich öffne ihn und als erstes wird mein innen am Deckel einceclipstes Einhandmesser (zum Apfel schälen) sichtbar. Ups, ich bekomme ein kleinen Schreck. Er kramt aber nur im chaotischen Inhalt des Tankrucksackes rum und sagt nix zum Messer. Wir dürfen weiterfahren und stellen uns in die dritte Schlange direkt vor der Fähre. Nach ner halben Stunde dürfen die ersten Motorräder reinfahren. Sie müssen eine steile Rampe hoch und werden dann rückwärts zum Abstellort bugsiert. Sah alles recht umständlich aus. Dann durften wir hoch, vor uns eine Dame mit einer Triumph. Wir mussten zum Glück nicht rückwärts irgendwo rein, sondern fuhren in dem sehr niedrigen Fahrzeugdeck (max 2,05 m hoch, wenn ich mich auf die Fußspitzen gestellt habe bin ich oben angestossen) bis ganz nach vorne. Dort mussten wir uns recht eng an die Wand stellen. Unten am Boden war hier links und rechts ein dünnes Stahlseil gespannt. An der Wand hingen sehr viele neue Spanngurte, sehr gut, das habe ich schon wesentlich schlechter erlebt. Abspannen mussten wir hier selber, also einmal quer über den Sitz und dann nochmal zwei Gurte nach vorn und zwei nach hinten. Dann die Rolle vom Heck abgemacht und auf zur Suche nach unserer Kabine. Die Nummer 733 fanden wir zum Glück recht schnell. Diesmal eine Innenkabine ohne Fenster, recht klein, aber 2 Betten und ein Bad – mehr brauchen wir nicht. Erst mal etwas ausruhen, dann umziehen und raufs auf Deck.
Pünktlich 17 Uhr englischer Zeit legte die Fähre ab. An Bord gilt aber mitteleuropäische Zeit, es war für uns immer etwas unklar wie spät es nun ist. Aber wir sind ja im Urlaub…
Nach einer Weile auf Deck und einem kleinen Schläfchen unter Deck wollten wir etwas essen. Mitgenommen hatten wir nichts. Wir fanden aber nur ein Restaurant mit Selbstbedienungsbuffet. Der Hunger war da – also rein. Wir wurden platziert und bedienten uns an den vielen Sachen, einiges hat sogar gut geschmeckt. Dann zahlten wir leicht zähneknirschend die Rechnung, 30€ pro Nase plus 6,50€ für die Flasche Wasser…. Für die 70 Euro hätten wir 2x normal oder 1x sehr gut essen gehen können…
Die Nacht war halbwegs gut, trotz Maschinenbrummen und viel zu kurzem Bett konnten wir halbwegs schlafen. Der Seegang war sehr gering.
Am Morgen dann das Frühstück im gleichen Restaurant. Die Kosten von 7 Pfund pro Person waren diesmal günstig, da die Auswahl sehr groß war.
Um 9 Uhr dann die Durchsage das alle Passagiere zu ihren Fahrzeugen gehen sollen. Schnell die Motorradklamotten angezogen und unser Zeug in der Rolle verstaut. Runter ins Fahrzeugdeck, Mopped steht noch, alles gut. Spanngurte weg, Rolle drauf, Navi eingesteckt…und dann mussten wir nochmal ewig warten. Wir waren in einem Seitengang gelandet, zuerst musste das große Fahrzeugdeck schräg unter uns geräumt werden, dann wurde eine riesige Rampe auf dieses Deck runter geschwenkt und die Fahrzeuge darauf mussten auch noch rausfahren. Dann wurde eine kleine Klappe von unserer Ebene auf die Rampe geschwenkt und dann durften wir als fast Letzte die Fähre verlassen.
Raus aus dem Schiff, rein in den Kontinent, und ab jetzt wieder rechts fahren!

Das letzte Mal tanken auf den Inseln

Warten bis der Schalter auf macht

Gleich dürfen wir rein, über die Bleche und dann ganz links eine steile Rampe hoch

Hier die 2 Motorräder, daneben eine Reihe PKW und ganz links das große Fahrzeugdeck voller LKW

Auf Seitenständer, mit Spanngurten an den 2 Stahlseilen fest gemacht

Die Auffahrt auf die Fähre von oben

Wir verlassen den Hafen, der Urlaub ist vorbei :-(


Gutes Wetter auf See...



...aber für einen schönen Sonnenuntergang sind zuviele Wolken am Horizont


Warten nach der Ankunft, das große Fahrzeugdeck muss frei werden, dann die Rampe runter und dann dürfen wir raus

Abfahrt in Newcastle

Ankunft in IJmuiden über Amsterdam

Donnerstag, 12. Juli 2018

Mit der Fähre von Larne in Nordirland nach Cairnryan in Schottland

Heute früh wurden wir von der B&B-Mama rührend umsorgt. Lecker Rührei und Toast und soviel Butter wie wir wollten…
Kurz vor 11 sind wir dann in Richtung Hafen losgefahren. An der Tanke kurz davor wollte ich dann nochmal meinen Reifen aufpumpen, hinten fehlt ein bissel. Aber das Gerät war defekt. Es ist etwas schwierig in Irland Luft in die Reifen zu bekommen, die meisten Tankstellen sind mit den Schläuchen ausgerüstet an denen am Ende ein 20cm langer Griff aus Metall ist. Damit komme ich wegen meiner Speichenräder und Bremsscheiben nicht ans Ventil. Winkelventile oder ein eigener kleiner Kompressor wäre die Lösung… notieren für die nächste Tour!
Halb 12 sind wir dann beim Hafen, Tickets hatten wir gestern schon gekauft, bleibt nur warten bis um 1.
Halb 1 halte ich es nicht mehr aus, wir springen aufs Krad und fahren zum Schalter (bei Fähren bin ich immer etwas hibbelig….keine Ahnung wieso).
Leider ist unmittelbar vor uns ein Reisebus an den Schalter gefahren, das dauert. Und ich traue meinen Augen nicht: Die Leute werden von den Grenzbeamten oder was das waren einzeln aus dem Bus geholt, befragt, und dann mit Metalldetektor abgescannt und mit den Händen von oben bis unten abgetastet. Erstaunlich, bei der Fähre von Nordirland nach Schottland so ein Aufwand! Und was machen die mit uns? Müssen wir den ganzen Gepäck – Krempel aufmachen damit sie es durchsuchen können?
Die Dame in gelber Weste winkt uns vor, fragt ob das alles unser Gepäck sei, ob wir extra Sprit hätten, und nachdem ich ihre Fragen beantwortet hatte wünscht sie uns eine gute Überfahrt. Wir mussten weder Ausweis zeigen noch unsere Helme abnehmen. Komische Geschichte!
Die Motorradfahrer haben in Larne eine eigene Wartespur. Da wir die Ersten waren standen wir ganz vorne. Direkt nach uns kam ein BMW-Fahrer den wir in Bushmills vor der Destille schon gesehen hatten.
Eine halbe Stunde hatten wir noch, also gingen wir nochmal in den Gift-Shop und kauften ein kitschiges irisches Schaf und ein Guinness -Kartenspiel.
Zurück am Mopped kam dann gleich eine Hafenmitarbeiterin zu uns und sagte das wir als erste vor den Pkws in die Fähre fahren sollen. Also Helm auf, Motor an und ab aufs große Hafengelände. Die anderen 2 Motorradfahrer folgten mir. Groß verfahren konnte ich mich um Glück nicht, bald war die European Highlander vor uns, rauf auf die Rampe und ab in den Schiffsbauch. Wir wurden ordentlich eingewiesen, der Spanngurt zum festmachen lag schon bereit. Wieder ein Stück Stoff als Schutz auf den Sitz, dann in breiter Spanngurt drüber, festgespannt und gut ist es.
Den Tankrucksack nahmen wir mit, der restliche Krempel blieb am Krad. In der Bar ganz vorn im Bug okkupierten wir eine bequeme Ecke und machten es uns für die 2 Stunden gemütlich. Gut das ich mir ein spannendes Buch aufs Handy geladen hatte.
Die Zeit verging recht schnell, Seegang ab es kaum. Schottland erschien vor uns, das Schiff machte an der Rampe fest und das Fahrzeugdeck wurde wieder für die Passagiere geöffnet.
Die Kräder standen noch, die Spanngurte musste man selber lösen. Mit etwas ziehen und rütteln drehte sich der Gurt etwas raus und ich konnte den Hacken aus dem Bodenschlitz ziehen. Der BMW-Kollege nebenan kam garnicht zurecht, wahrscheinlich wusste nicht wie das Gurtschloß auf geht. Also zwischen die Moppeds gedrängt und dem Kollegen geholfen. Dann fuhren die Autos von nebenan vor Richtung Heck und wir reihten uns in die Schlange ein und fuhren aus dem Schiff.
Draußen stand auch wieder Grenzpolizei inklusive Drogenhund, sie sahen sich aber nur gelangweilt die Autoschlange an.
Raus aus dem Hafen und rauf auf die Schnellstraße. Erst dunkle Wolken und 10 min Nieselregen, dann blauer Himmel Sonnenschein, dann wieder 10 min Nieselregen….das Wetter war heute bunt gemischt.
Nach 90 Minuten erreichten wir dann in Dumfries unser Hotel. Für nur 40 Pfund ein annehmbares Zimmer, ich hatte anderes befürchtet.
Auspacken, umziehen, und dann eine Stunde durch die Stadt spazieren….wenn ihr mal in Schottland Urlaub macht – Dumfries muss man nicht gesehen haben.
Dann ins Restaurant nebenan, Guinness und Fish and Chips stehen auf dem Speiseplan.
Morgen geht's weiter nach Newcastle in England.











Mittwoch, 11. Juli 2018

Der erste Nieselregentag in Irland – Fahrt nach Larne


Heute Frühstücken im feinen Hotel. Die Tische werden zugeteilt, alles edel und fein. Nur ist zuwenig Butter und Marmelade da, und den zweiten Kaffee gabs auch erst nach einer Ewigkeit und höfflichen Nachfragen… da ist mir das Frühstücken in der Küche vom B&B lieber.
Blick aus dem Fenster, alles weißgrau, selbst die nur paar Dutzend Meter entfernte Küste ist nicht zu sehen. Dazu Nieselregen.
Wir ließen uns Zeit, heute ist wieder nur eine kurze Strecke angesagt. Halb 11 waren wir fertig.Rauf aufs Krad, bei 14 Grad, Nieselregen und sehr tiefen Wolken.
Es ging südöstlich zu den Dark Hedges, eine Allee von alten Buchen die sehr schön sein sollen. Die Strecke verlief durch abgelegene Gebiete, kaum Verkehr,nur grüne Hügel und ab und zu mal ein paar Bäume. Das Wetter war gleich geblieben, der Regen blieb zum Glück sehr gering.
Dann ein Hinweisschild zu den Dark Hedges, wir folgen ihm, sehen aber auf den nächsten Kilometern weder ein weiteres Schild noch die schönen Bäume. Erst beim nächsten Abzweig sahen wir ein Schild, es zeigte genau in die Richtung aus der wir kamen. Nochmal umdrehen und im Regen nach der Allee suchen – darauf hatten wir keinen Bock und fuhren weiter Richtung gebuchtem B&B.
Dort kamen wir schon kurz vor Eins an. Normalerweise kann man erst ab Vier einchecken. Die Hausdame war auch hier sehr freundlich, und wir durften unser (nasses dreckiges) Gepäck schon ins Zimmer stellen.
Dann fuhren wir die 11 km nach Larne zum Hafen, und kauften uns dort für 69 Pfund ein Ticket für die morgige Fähre nach Schottland. Online hätte das Ticket 66€ gekostet, also 2€ weniger.
Danach kauften wir noch in einer Tankstelle mit Supermarkt etwas ein und aßen an der heißen Theke etwas zum Mittag.
Dann zurück zum B&B, den Nachmittag ausklingen lassen, Landkarten studieren, Kaffee trinken, Karten spielen…
Ab Sechs schien wieder die Sonne.
Das war heute unser erster Regentag, nach 2 ½ Wochen sonnigen und warmen Irland. Ich denke das können wir verschmerzen.
Morgen fahren wir 2 Stunden lang mit der Fähre von Larne nach Cairnrayn in Schottland.





Dienstag, 10. Juli 2018

Nordirland – Bushmills und Giant’s Causeway

Heute früh wieder dick bewölkter Himmel, und als wir losfuhren gab es auch eine Viertelstunde leichten Nieselregen. Man wird nicht wirklich nass, muss aber trotzdem regelmäßig mal übers Visier wischen.
Die Überquerung der Grenze nach Großbritannien haben wir nicht so richtig bemerkt, irgendwann stand ein Schild das die Geschwindigkeitsbegrenzung ab jetzt in Meilen angegeben sind.
An Derry fuhren wir zum Glück vorbei, dann über Coleraine nach Bushmills. Wir fuhren aber noch bis hoch an die Küste direkt zum Giants Causeway. Unmittelbar neben dem Eingang steht unser Hotel.
Der Himmel war inzwischen fast wolkenfrei, wieder bestes Reisewetter.
Da unsere Strecke heute nur 100 km lang war kamen wir schon halb 12 am Hotel an. Wir durften unser Gepäck in die Rezeption stellen. Deswegen zogen wir uns draußen auf dem Parkplatz fix um, Jeans statt Motorradhose und Turnschuhe statt Stiefel.
So erleichtert fuhren wir dann nochmal nach Bushmills rein. Die Whisky-Destille fanden wir sehr schnell. Eine Besichtigungstour für 9 Pfund pro Nase, zum Glück konnten wir mit Karte zahlen. Pfund hatten wir ja noch nicht. Eine halbe Stunde wurden wir durch die Destille geführt, dann gabs noch 2 Whiskys zum probieren. Der Zwölfjährige hat lecker geschmeckt, aber so harter Stoff auf völlig nüchternen Magen… als Fahrer habe ich das zweite Glas nur zur Hälfte geleert.
Danach ein kurzer Spaziergang durch die Mainstreet von Bushmills, wir mussten ja wieder nüchtern werden.
Nach einem Eis schwangen wir uns wieder aufs Krad und fuhren zurück zu Hotel.
Jetzt war es um 4, wir konnten also einchecken. Typisch britisches Hotel, hohe Stuckdecke, überall Plüschteppich und knarzende Treppenstufen aus Holz. Das Zimmer ist aber super, sehr groß und mit Blick auf die Küste.
Hotelgäste dürfen den Giants Causeway kostenlos besuchen, sonst wären wieder 9 Pfund fällig gewesen. Das Besondere hier sind die Felsen an der Küste, sie sind sechseckig. Sieht sehr seltsam aus und unnatürlich aus. Auch der Rest der Küste ist nett anzusehen, leider kommen bald sehr tiefe Wolken auf und die oberen Teile der Felsen verschwinden im Nebel.
Am Abend gabs noch lecker Steak im Hotelrestaurant.