Sonntag, 19. April 2026

Auf ins neue Motorradjahr

Nach der regnerischen und überteuerten Schottlandtour hatten wir bissel die Reiselust verloren. Deswegen ging es im Herbst nur für eine Woche mit dem Auto in die Schwäbische Alb. Bei Sigmaringen buchten wir eine schöne Ferienwohnung, und von dort fuhren wir dann jeden Tag durch die Gegend und schauten uns viele interessante Dinge an. Ende Oktober dann noch ein paar Tage an die Ostsee, bissel entspannen und bei den Großeltern ein Blümchen hinlegen.

Das Schloß der Hohenzollern in Sigmaringen, sehr schön!
Mit dem Krad wollten wir wenige Wochen nach der Schottlandtour wieder mal zum Fichtelberg fahren. Wir kamen aber nur 4 km hinter die tschechische Grenze. Irgendwas war komisch, wir hielten an, und das Hinterrad war voller Öl. Es kam vom Dämpfer. Also umgedreht und wieder zurück nach Deutschland – da ist die Abschleppgeschichte einfacher. Nach wenigen Kilometern Fahrt klimperte es. Nach dem Halt fuhren wir dann nicht mehr weiter: Die Kolbenstange war gebrochen, zwischen Schwinge und Rahmen war nur noch die Feder. So schlimm, wie man sich das vorstellt, fuhr die KTM aber gar nicht – recht beschwingt, weil die Dämpfung fehlte.

Irgendwo in Südsachsen, warten auf den ADAC
Dann das Übliche nach so einer Geschichte: Der ADAC-Schlepper brachte uns eine Stunde später samt Krad zu seiner Werkstatt. Dort holte uns die Schwester ab und fuhr uns heim. Das Krad kam dann zwei Tage später hinterher. Gut das uns das nicht in Schottland passiert ist. Das wäre der krönende Abschluss gewesen.
Defektes Federbein, die Kolbenstange ist gebrochen

Von Wilberts neu aufgebaut, die unbenutzten Originalteile gabs zurück
Laut KTM-Händler kann das Federbein nicht repariert werden, ein neues kostet 1.400 €. Bei eBay oder Kleinanzeigen gab’s nix, und wenn, nur zu unsinnigen Preisen. Nach bissel Suche im Netz ist es dann ein Wilbers-Federbein geworden. Sie nehmen ein originales Federbein und bauen da ihre Feder und Kolbenstange ein. Mein defektes Federbein konnte umgearbeitet werden; für 700 € gab’s also ein fast neues Federbein mit der alten elektronischen Verstellung.

Trotz der erfolgreichen Reparatur macht man sich so seine Gedanken: Die KTM hat jetzt 130 tkm runter, und ein paar Touren wollen wir noch machen … Als Nächstes kommt dann die Kupplung, dann was am Motor und so weiter. Und bei unserer derzeitigen Reiseart (mit Auto + Hänger nach Randeuropa und dort dann drei Wochen eine große Rundreise von 2 bis 3 tkm unternehmen) sind diese Ausfälle sehr ungünstig. Also muss was Neueres her.

Eine grobe Analyse mit Schwerpunkt auf „Was brauchen wir?“, „Was wollen wir bezahlen?“ und „Wie ist das Angebot?“ führte dann zum Kauf einer – Trommelwirbel – 2015er KTM 1190 Adventure. Also haben wir ein identisches Krad gekauft, nur zwei Jahre jünger und mit 40 statt 130 tkm. Der Vorteil war neben der bekannten Technik auch das Zubehör-Geraffel: Ich kann das ganze Zeug einfach umbauen und muss nix neu kaufen.

Die neuere Nummer 2 in neuen Heimathafen
Mit dem Umbau von Nummer 2 bin ich jetzt fertig, auch ein neues Navi ist installiert. Das alte TomTom Rider von 2013 war jetzt kaum noch ablesbar bei Sonnenschein. Anfang April hab ich sie zugelassen, der erste geplante Kurztrip fiel aber wegen Dauerregen aus.

Und hier mit dem ganzen Zubehörzeugs von Nummer 1
Schon Ende April geht es wieder auf große Fahrt. Wieder wird die Anreise mit Auto + Anhänger absolviert. Die jeweils 1.800 km lange Autobahnfahrt können die ganz harten Jungs gerne auf Achse fahren, wir nehmen da lieber das Auto. Die zwei Hotels für die Anfahrt sind gebucht, und auch das Hotel, wo das Auto drei Wochen steht, ist fix. Die eigentliche Kradtour ist dann wieder total offen.

In weniger als 2 Wochen geht es los, wir freuen uns schon sehr! 

Und der Kollege wartet dann Ende Juni auf uns!