Sonntag, 7. Mai 2017

Fazit der Italienreise



Ganz kurz gesagt: Italien ist ein tolles Land. Von oben bis unten bergig und kurvig ohne Ende, Straßen meistens ok, Verkehr auch mehr als erträglich (jedenfalls zu meiner Reisezeit). Die Italiener fahren wesentlich besser als befürchtet. Klar sind sie zu schnell, und klar sind sie recht flexibel was Vorfahrt usw. angeht. Aber alles läuft halbwegs vernünftig und rücksichtsvoll ab, ich hatte keine einzige gefährliche Situation auf der Reise gehabt. Das einzig nervige am Ende auf der Autobahn war der zu geringe seitliche Abstand. Motorräder auf der rechten Spur werden nicht vollständig auf der linken Spur überholt, sondern mit einem Meter Seitenabstand fährt man vorbei, irgendwo genau auf der Mittellinie. Ansonsten alles super, auch der Verkehr in Neapel ist nach kurzer Eingewöhnung problemlos. Es gibt keine Vorfahrt, alles läuft eher nach dem Schema Reißverschlußverfahren ab, einfach langsam in die Hauptstraße reinfahren, irgendwann bildet sich von selbst eine Lücke….
Die Italiener selbst sind sehr nett und freundlich, und auch sehr hilfsbereit. Wenn ich da an den Lebensmittelhändler in den Abruzzen denke. Ich habe kein einziges böses Wort während der Reise gehört.
Meine Vorbereitung war wieder ganz gut. Die Einteilung in Tagesetappen war sehr sinnvoll, auch wenn ich mich ab der Mitte der Tour nicht mehr daran gehalten habe. Aber die Tagesplanung hilft bei der spontanen Änderung der Tour, man weiß grob was noch kommt und ist nicht plötzlich eine Tag zu früh oder zu spät an der gebuchten Fähre.
Die Planung der Übernachtungsplätze war dagegen nicht so erfolgreich. In Süditalien waren einige Campingplätze einfach zu, obwohl sie dem Internet nach offen sein sollten. Und die Planung nach Navi war schlicht beschissen, die POI-Campingplätze waren total veraltet, teilweise waren sie schon seit vielen Jahren geschlossen. Hier habe ich die Vorzüge eines aktuellen Reiseführers kennengelernt, die Plätze gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit noch, und eine Bewertung hat man auch gleich dabei. Verwendbar für Zelt-Reisende sind hier die Reiseführer des Michael Müller Verlages, dort sind auch Campingplätze mit aufgeführt! (Bei Baedeker und Lonly Planet habe ich keine gefunden).
Die 25€ werde ich ab jetzt immer für das Reiseland investieren.

Das Motorrad hat immer funktioniert, außer an und aus hab ich nix gemacht. Die KTM ist gefahren, der CLS-Öler hat die Kette geschmiert, und mein Gepäcktransport ist inzwischen perfekt. In den Koffern ist nur leichtes Zeug wie Schlafsack, Isomatte, Kleidung. Der schwere Krempel ist in dem Sack auf dem Rücksitz. Das Mopped ist dadurch zwar etwas kippelig, aber in keinster Weise so schwerfällig bei der Kurvenfahrt wie mit schweren vollen Koffern.
Am letzten Tag auf deutscher Autobahn habe ich die 70 tkm-Marke übersprungen. Hätte ich KTM nicht zugetraut solch Werte ohne größere Defekte zu erreichen! Hoffentlich geht’s noch 2..3 Jahre so weiter!
Meine restliche Ausrüstung hat auch funktioniert. Zelt und Isomatte haben gemacht was sie sollen, und als in der einen Nacht mein Schlafsack doch zu dünn war (unter 3°C!) habe ich die Thermoeinsätze der Motorradkombi angezogen. Nur der Kunststoff meines Gaskochers ist jetzt soweit angeschmort dass ich einen neuen Kocher kaufen muss. Ist aber schon erledigt, in Rumänien kann also wieder lecker Fleisch gebraten werden.
Die Reise als Einzelkämpfer zu machen war wieder kein Fehler, ich musste mich nur nach mir richten und konnte machen was ich wollte. Nachteil ist dann natürlich auch das man alle Entscheidungen selbst treffen muss, wenn man unsicher ist ist keiner da der hilft…. Und das Essen im Restaurant ist blöd, man sitzt dann alleine rum und wartet auf das Futter… Aber eigentlich alles kein Problem! Hauptsache in der Ferne und neue Länder kennenlernen.
Also, wieder eine super Tour absolviert, Italien bis zur Stiefelspitze kennengelernt…Und das Schlimmste was auf der Tour passierte war der große Cola Becher, welcher mir im Pisaer McDonald vom Tablett gerutscht und auf den Boden geknallt ist…! 
Die Rücktour mittels Fähre zu gestalten war eine sehr gute Entscheidung, vielleicht ist im nächsten Frühjahr das gleiche machbar. Ich habe schon diverse Gedanken im Hinterkopf….weit weit weg….
Was kommt jetzt? Die Männertagstour ist bald, wobei noch total unklar ist wohin es geht. Und dann Mitte Juli die Sommertour nach Rumänien. Darauf freue ich mich besonders, mal schauen was bei den Freunden aus dem Ostblock so los ist….

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