Freitag, 21. April 2017

Vulkantag - Vesuv und die Phlegräischen Felder


Heute ist Vulkan-Tag. Gleich um 9 los und ab zum Vesuv Link. Anfahrt eine halbe Stunde, damit es rasch geht auch über die Autostrada (Autobahn). Hier muss man Maut bezahlen, sind zwar nur 2 Eus, aber die Bezahlerei nervt, ranfahren, Leerlauf rein, Geld suchen, Wechselgeld wegstecken….
Blick von unten auf den Vesuv, noch von der falschen Seite
Tiefer Sand - wieder eine etwas zu offroadlastige Planung vom Tomtom
Von der Autobahn aus folge ich einfach den Hinweisschildern zum Vesuv. Auf dem Parkplatz sehe ich dann nur 5..6 grüne Busse und kaum Besucher. Kurze Nachfrage bei dem Ticketverkäufer: Ich bin an der falschen Stelle, von hier fährt man ein ganzes Stück mit den Bus den Berg hoch und läuft ein Stück von der Südseite aus hoch. Ich will aber zum normalen Zugang wo ich keinen Bus brauch. Die andere Station ist auf der gegenüberliegenden Seite vom Berg, sicher nur ein kurzer Weg! Als das Navi fertig gerechnet hat staune ich kurz, es sind dann doch 40 min, sogar auf die Autobahn muss ich nochmal. Na hilft ja alles nix, Helm auf und den Berg wieder runter.
An der richtigen Stelle angekommen sind wesentlich mehr Leute unterwegs, 3€ bezahle ich fürs Parken (hier verkaufen Polizisten die Parktickets !? ). Ich parke und ziehe mich schnell um, Jeans und leichte Wanderschuhe statt dem Moppedzeug. Das stopfe ich in den rechten Motorrad -Koffer. Ich bin heute unsymmetrisch unterwegs, den linken habe ich nämlich im Hotel gelassen – habe ich beim Fahren aber nicht gemerkt. 
Blick auf Neapel auf dem Weg vom Parkplatz zum Eingang des Parks
Am Parkplatz kann man mit einem Bus-Shuttle nach oben fahren, ich will den Berg aber alleine bezwingen und laufe lieber die 20 Minuten. Ist aber quatsch gewesen, es geht einfach nur ne Asphaltstraße durch den Wald den Berg hoch – der Bus wäre die sinnvollere Lösung gewesen.
Irgendwann kommt dann links ein Haus. In dem kauft man sich für 10€ eine Eintrittskarte. Dann noch paar 100m weiter zum Eingang des Naturparks, dort dann die üblichen Touri-Verkaufsstände.
Von hier geht’s dann etwas über einen km auf Lava-Schotterweg steil den Vesuv hoch. 

Steiler Weg bergauf mit eiskaltem Wind
Am Anfang wunderte ich mich noch über die Leute die mir entgegen kamen, alle dick vermummt mit Mützen und Tüchern auf dem Kopf, was für Weicheier! Aber je höher ich kam desto kälter wurde es, und der Wind wehte mir Orkanstärke. In nullkommanix war man ausgekühlt. Meine Mütze hatte ich zuhause gelassen, ist ja warm in Italien! Aber ich hatte zum Glück meinen normalen Halsschutz und das dünne Buff-Tuch mitgenommen. Also das Halsding angezogen und das Buff als Mütze auf den Kopf, die Motorradjacke hatte ich ja angelassen. Damit war ich jetzt halbwegs vor dem eiskalten Wind geschützt. Gefroren habe ich trotzdem.
Der Krater, ein Loch auf dem Bergplateau und  ...ja das wars
An 2 Stellen trat etwas weißer Rauch aus, kaum auf dem Bild zu sehen
Panoramabild vom Gipfel
Oben angekommen natürlich sofort ein Blick in den Krater. Keine Ahnung was ich erwartet hatte, aber da war nun oben auf dem Berg ein 100 m tiefes Loch drinne. Mmh… und dafür der Aufstieg?
Aber der Blick über Bucht von Neapel war schön, erstaunlich wie dicht alles bebaut ist. Hier wohnen hunderttausende Menschen, wenn der Vesuv nochmal ausbricht brauchen die nicht mehr die Heizung einschalten …
Neapel vom Gipfel des Vesuv
In Bildmitte liegt Pompeji, ringsum viele neue Häuser
Nach 20 min gings wieder runter, am Ausgang des Parks angekommen war ich total ausgekühlt. Aber auf dem Rückweg zum Parkplatz runter konnte ich mich wieder aufwärmen. Unten dann das Moppedzeug wieder anziehen und weiter zum nächsten Tagespunkt.
Hat sich der Besuch gelohnt? Was Besonderes ist der Vesuv jetzt nicht, da gibt es wesentlich schönere Berge / Felsen. Aber wenn man eh in der Nähe ist…Ich kann jetzt sagen ich war oben.

Zweiter Teil des Vulkantages ist ein Besuch der Phlegräischen Felder Link. Hier soll es irgendwann zu einem Super-Vulkanausbruch kommen der die ganze Gegend in Stücke reißt…dauert hoffentlich noch eine Weile Link.
Phlegräischen Felder
Ein blubberndes Schlammloch, groß aber ungefährlich
Anfahrt vom Vesuv eine Stunde quer durch Neapel, mitten durch den Freitag-Nachmittag-Verkehr. Der Vulcano Solfatara ist ein Tal mitten in Pozzuoli, nördlich von Neapel. 
Schwefelquellen, immer auf den Wind achten!
Stinkt und ist heiß, reingeworfenes Zeitungspapier brennt sofort
Die gelben Schwefelquellen sehen nicht so wild aus, hören sich aber an wie ein übergroßer Gasbrenner und stinken sehr stark nach faulen Eiern. 
Der Dampf ist heiß. Früher hat man in die 2 Räume kranke Menschen reingelegt
Zwei wild kochende tiefe Löcher in der Erde, war mir zu heiß
Ok, ich bin dann doch etwas näher ran...Interessante italienische Sicherung damit kein Touri reinfällt
Der weiße Rauch aus dem Ziegelbau macht auch kein großen Eindruck, ist aber wirklich heißer Dampf (fragt nicht woher ich das weiß, meine Hand tat danach ganz schön weh). Gleich daneben blubberten noch 2 große Löcher laut vor sich hin, aber nach dem Dampftest wollte ich lieber nicht zu nah rangehen. Außer Dampf habe ich nichts gesehen, aber das Blubbern klang sehr gefährlich!
Als letztes gab es noch eine Steinfläche mit Hohlraum darunter, wenn man einen großen Stein auf die Erde warf klang es total hohl.
Hier ist ein Hohlraum unter dem Boden, sehr gut hörbar wenn man in die Luft springt oder den Stein auf den Boden wirft
Was wirklich Beeindruckendes ist die Geschichte jetzt auch nicht, aber da ich so etwas noch nie gesehen habe hat es sich doch gelohnt.
Blick von Pozzuoli auf das Meer
Nach einer sehr kurzweiligen Stunde auf der Rückfahrt war ich dann halb 6 wieder im Hotel. 
Die 2 vollen Tage hier habe ich gut ausgenutzt und viele Sachen gesehen, ich habe mich aber auch etwas erholt von den vergangenen Tagen. So ein festes Hotelzimmer ist schon was Feines!

Morgen geht's weiter Richtung Süden, an die grobe Tagesplanung halte ich mich ab jetzt nicht mehr.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen