Mittwoch, 19. April 2017

Sommerpause auf dem Weg von den Abruzzen nach Neapel


Heute früh der erste Blick aus dem Fenster – das Mopped ist noch da! Aber warum sieht der Berg gegenüber so komisch weiß aus? Das war aber gestern noch nicht so! Egal, erst mal das Zeug zusammenpacken und frühstücken. Nach Zündung-Ein verkündete das Cockpit 6 Grad, doch so frisch! Wenigstens war der weiße Bereich am Berg gegenüber ein ganzes Stück nach oben gewandert. Damit der Junge nicht friert wurde das Winterfell wieder in Jacke und Hose geknüpft und eine lange U-Hose drunter angezogen.
Nach dem Aufstehen - Mopped noch da, aber der Berg gegenübersieht sieht so weiß aus...
Etwas besser bei der Abfahrt
Ziel der heutigen Etappe war das schon im Februar gebuchte Hotel kurz unter Neapel. Per Landstraße 320 km und 5,5h Fahrzeit. Versuchen wir es mal! Aber kurz nach dem Start ging am ersten Berg die blöde Lufttemperaturanzeige im Cockpit auf 2 Grad runter. Bei solch kalten Temperaturen macht die gewählte Planung keinen Sinn, das Motorrad-Navi routet anders als das Autonavi und wählt kleinere Straßen über sonstwas für Berge…. Temperaturen unter Null sind da schnell möglich.
Also die Route auf Schnellste Route geändert, jetzt sind es nur noch 250 km über größere Straßen.
Trotzdem wurde es eine Quälerei bei Temperaturen bis runter auf -2,5 Grad und Regen durch die Abruzzen zu fahren. Jeder Anstieg war schlecht, da wurde es nämlich kälter. Jede Abfahrt war gut, da wurde es wieder wärmer. Und Tunnel sind top, in ihnen ist es warm und man kann durch den Berg fahren, nicht oben drüber.
Frostige Tankpause
 Die Kälte sieht man natürlich nicht
In Isernia musste ich dann mal eine Pause machen, die kalten Glieder durchschütteln und einen heißen Kaffee trinken!
Vor Benevento wurde es dann endlich wärmer, kuschlige 6 Grad – herrlich! Dort fuhr ich dann ins Zentrum und setzte mich auf eine Bank um was zu essen und zu trinken. Und um Geld abzuheben, die Barmittel sind schon erschöpft. Vor der Bank wendete ich und fuhr die Straße zurück, wurde aber vom wild hupendem Gegenverkehr gestoppt. Der Klassiker, in Italien entgegen der Einbahnstraße – nicht wahr Sven und Marc?
Die SS17 von Bariscano nach Benevento werde ich wegen der Kälte auf jeden Fall in Erinnerung behalten!
Benevento - Kurze Pause auf der Bank, erst zum sitzen, dann zum Geldabheben
Da ich noch Zeit hatte ging es jetzt auf der Landstraße von Benevento nach Nocera Inferiore weiter. Enge Straßen durch meist bebautes Gebiet. Dabei wurde ich zweimal von Hunden angegriffen, sie stürzten sich von der Seite auf mich und wollten – ja was, beißen oder mich nur jagen? Egal, lieber Vollgas geben und der Situation entfliehen. In Korsika hatten uns auch Hunde verfolgt, meinem Vordermann Lippi hatten sie dabei auch in die Hose gebissen (daher meine Angst…).
 Keine schöne Gegend, und das ist eine der schöneren Ecken...
In Nocera Inferiore direkt unter Neapel suchte ich dann das gebuchte Hotel. Die Gegend wurde immer mieser, in solchen Vierteln möchte ich nicht im Dunkeln unterwegs sein. Dann fand ich das Hotel, bzw. war es eher eine Pension. Ein einfacher Eingang mit kleinem Klingelschild, und weit und breit keine halbwegs sichere Parkmöglichkeiten. Nach meinem Klingeln passierte nichts. Ich war aber auch eine dreiviertel Stunde zu früh dran. Also fuhr ich nochmal tanken und wartete noch ein wenig. Pünktlich 17 Uhr klingelte ich nochmal dort, zum Glück war wieder keiner da. Jetzt ist zwar meine Anzahlung von nem Fuffie futsch, und vielleicht auch die restlichen 110 Euro, aber wenn hier in dieser runtergekommenen Gegend das Krad geklaut wird kostet das mehr. Und ich hätte während der Zeit hier keine ruhige Minute und immer Schiss um das Teil. 
Der Bereich vor dem gebuchten Hotel. Hier hätte ich mein Mopped parken müssen.
Also ab auf den Spar-Parkplatz um die Ecke, Handy raus uns Booking.com angeworfen. Ein größeres Hotel mit vernünftigem Parkplatz wurde gesucht. War auch rasch gefunden, nur 8 km entfernt, für 177€ für 3 Tage….was will man mehr? Auf dem Krad sitzend wurde die Nummer der Visakarte für die Buchung eingetippt, dann das Navi programmiert und weg ging es aus der miesen Gegend.
Das neue Hotel ist ein Traum, oben auf dem Berg, nur 6 km von der Amalfiküste entfernt…
Prima das die miesen Tage meistens so enden!
Amalfiküste -  Aussicht vom neuen Hotel
Die normale Breite italienischer Gassen direkt vorm Hotel. Der Transporter ist nicht durchgekommen.
Hier bleibe ich jetzt für 2 volle Tage und schau mir ein paar Sachen im Umkreis an, dann geht's weiter gen Süden.

 Nochmal die herrliche Aussicht vom neuen Hotel
 

 

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