Sonntag, 10. April 2016

KTM-Fertigung und Probefahrt mit der TWIN



Irgendwann im dunklen Winter hatte ich die Idee das KTM-Werk zu besuchen. Auslöser war wohl unser Besuch in der Dresdner Gläsernen Manufaktur während des MZ-Jahresendtreffens. Ein Ausflug in ein Motorradwerk kam mir danach in den Sinn, aber MZ produziert zurzeit nicht, BMW ist erst in 30 Jahren dran, bleibt nur KTM übrig. Marc samt KTM-begeistertem Nachwuchs war so schnell überzeugt wie mein Kurzer, und die Halbschweizer Dauerfahrer Lippi und Werner hatten auch Interesse. Unter LINK gibts die zugehörige Seite. Wer sich anmelden will muss eine Email an factorytour@ktm.com schicken und erhält dann eine Terminliste und die nötigen Randdaten.

Kurz vor Ostern war es dann soweit, per Dosenexpress fuhren wir die 4 bzw. 5,5 Stunden ins gebuchte Hotel. Die standesgemäße Anreise mit dem Krad war wegen der Entfernung und den unerprobten Beifahrern leider nicht möglich. Werner und Lippi kamen auch auf 4 Rädern zum Hotel, aber selbstverständlich verteilt auf 2 Fahrzeuge.
Ein Abend in Österreich, klar was es zum Abendbrot geben sollte:  Wiener Schnitzel (auch wenn wir nur 15 km von der deutschen Grenze entfernt waren). Bei der Unterbringung der 6 Leute in meinem Ford Focus für die Fahrt zur Gaststätte waren wir wiedermal leicht kreativ, das interessiert in der abgelegenen Gegend aber keine Sau.

Am nächsten Mittag dann die Werksbesichtigung. Mattighofen ist, vorsichtig ausgedrückt, keine Weltstadt. Am Stadtrand sind die 2 großen Gebäude von KTM. Schon recht groß, aber mit Autowerken ala VW Mosel oder Audi natürlich nicht zu vergleichen.
Auf 4 Bänder a ca. 50m Länge werden die Moppeds montiert. Alle Modelle können gebaut werden, beim ersten Band waren gerade Husqvarna  LINK an der Reihe.
HIER gibt’s einen kleinen Einblick, wir durften natürlich nicht fotografieren. 
Werners 1000er MZ, die Glasvitrinen dahinter werden bald mit KTM-Motorrädern bestückt

Die Besichtigung des Motorenwerkes war eigentlich nicht vorgesehen, aber durch einen Zufall konnten wir auch das paar Kilometer entfernte Werk besichtigen. Alle Motoren werden im Motorenwerk in einem Prüfstand getestet und durchlaufen einen Prüfzyklus in einem Motorenprüfstand, Öl wird dann wieder abgelassen und der Motor dann zur Montage 2 km weiter ins Hauptwerk gebracht.
Wir konnten uns natürlich nur Montage und Motorenwerk anschauen, aber trotzdem hat sich der Besuch gelohnt.
Wunnies neue AT an der Rappbodetalsperre
Vor dem Wieland-Denkmal in Weimar, beim Italiener dahinter gabs ne Latte und Tiramisu
Am nächsten Wochenende gab es dann eine kleine Tour mit Wunni (mit neuer Africa Twin) und Marc durch den Harz. Schön war es, nur die Landschaft war etwas fad, Korsika und Norwegen verändern eindeutig die eigenen Ansprüche...
Vorm Zeisswerk in Jena, von Wunni habe ich den Dacre-Aufkleber
Zwei Wochen später war die Honda Roadshow angesagt. Der Jenaer Honda Händler lud ein zu Würstchen und Bier, Motorrad anschauen und Probefahren…und ich bin natürlich dabei!  Als alter Hondafan LINK werde ich mein nächstes Motorrad dort kaufen, oder das übernächste….Honda hat es seinen Fans in letzter Zeit echt schwer gemacht!  Sackschwere Moppeds mit Minderleistung zu Top-Preisen, keine Ahnung ob noch der Wille da war in Europe noch Geld verdienen zu wollen… Aber dann wurde der Nachfolger der (propagierten) Legende African Twin angekündigt, und alles stand Kopf. Diverse Zahlen wurden vorab verkündet – mit den realen Zahlen 95 Ps bei 230 kg erfolgte dann doch recht schmerzhaft die Erdung zur Realität. Meine KTM hatte 2 Jahre früher 150 Ps bei 230 kg fahrfertig aufgerufen – da wäre bei Honda vom Gewicht her noch etwas gegangen. Und zur Leistung –ob man es braucht? Aber wenn ich bei der KTM wegen Weltuntergangswetter in den Regenmodus schalte habe ich immer noch 5 Ps mehr als die Honda. Und ja, den Unterschied zwischen 100 und 150 Ps merkt man deutlich. Und kommt mir jetzt nicht mit irgendwelchen Geländefahrten – macht doch eh kaum einer mit den Dickschiffen!  
Die eingefahrene KTM, links daneben die neue Honda Africa Twin
Die Probefahrt der African Twin: Sitzposition wie auf der Fireblade, gefühlt die Fersen an den Ellenbogen, Fußrasten sehr hoch und Sitz sehr tief – der direkte Umstieg von meiner umgebauten ADV ist wohl nicht fair. Jaja, ich bin mit 2m zu groß für jedes Mopped…!
Meine Meinung zur AT nach den 20 Minuten: Schaltung super, Fahrwerk super, Ablesbarkeit der Instrumente wirklich nicht so dolle… und digitaler Drehzahlmesser mit Drehzahlband ist doof. Leistungsunterschied ist stark spürbar, jaja 95 Ps reichen für die Landstraße… aber der Unterschied zu meinen 150 KTM-Ps ist  deutlich, sehr deutlich! Könnte ich mit der African Twin glücklich werden? Nach ergonomischer Anpassung wie bei der KTM  (Fußrasten, Sitz, Lenker) sicher! Ist sie besser als meine 1190iger KTM – mit Sicherheit nicht! Deswegen fahr ich die Kante jetzt bis zur 100 tkm-Grenze und schaue dann mal was es so an schönen Töchtern anderer Mütter gibt.
Die Geschichten vom Honda-Schrauber ( KTM = Motorrevision nach 30 tkm) stufe ich derweil als das übliche Gequatsche ein. Die Glanztage von Honda sind schon lange vorbei, und der Unterschied zu anderen Produzenten liegt nur noch in der eigenen Einbildung. Eigene KTM-Erfahrung (43 tkm) und auch der 50 tkm-Dauertest von MOTORRAD sprechen eine andere Sprache. [Aber die KTM-Zusatzgarantie für 2 weitere Jahre habe ich trotzdem abgeschlossen ;-) ]

Am Mittwoch gehe ich nochmal bis Mittag in die Salzmine, danach ist für viele Kilometer Motorradfahren angesagt. Mittwochabend bin ich in Freiburg in Süddeutschland, danach geht es weiter Richtung Südwesten, und dann  immer Richtung Süden… Mal sehen wie weit ich komme! Nach 2014 mit dem nördlichsten Punkt von Europa ist der südlichste Teil Europas interessant ….

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen